Rhätische Bahn: Horror-Unfall kostet eine Million
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Rhätische BahnHorror-Unfall kostet eine Million

Die Rhätische Bahn verdiente letztes Jahr mehr. Der schwere Unfall im August 2014 bei Tiefencastel sowie der Güterverkehr drücken aber auf die guten Zahlen.

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Die Bergungs- und Räumungsarbeiten auf der Unfallstelle konnten am Abend des 15. August  planmässig abgeschlossen werden. Die Bergung des letzten Wagens stellte eine grosse Herausforderung dar, verlief jedoch ohne Zwischenfälle.

Die Bergungs- und Räumungsarbeiten auf der Unfallstelle konnten am Abend des 15. August planmässig abgeschlossen werden. Die Bergung des letzten Wagens stellte eine grosse Herausforderung dar, verlief jedoch ohne Zwischenfälle.

zvg
Alle Wagen der Rhätischen Bahn, bis auf den vordersten, welcher vom Gleis in den Hang stürzte, konnten geborgen werden.

Alle Wagen der Rhätischen Bahn, bis auf den vordersten, welcher vom Gleis in den Hang stürzte, konnten geborgen werden.

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Der 17 Tonnen schwere abgestürzte Wagen 1 konnte bisher den Hang heraufgezogen werden und parallel zum Gleis aufgestellt werden. Als nächsten und letzten Schritt würden nun die Vorbereitungen laufen, dass er auf die Schienen gehievt werden kann.

Der 17 Tonnen schwere abgestürzte Wagen 1 konnte bisher den Hang heraufgezogen werden und parallel zum Gleis aufgestellt werden. Als nächsten und letzten Schritt würden nun die Vorbereitungen laufen, dass er auf die Schienen gehievt werden kann.

20 Minuten

Die Rhätische Bahn hat im Jubiläumsjahr ihres 125-jährigen Bestehens mehr Passagiere transportiert und den Gesamtertrag gesteigert. Sorgen bereitet den Bahnchefs die Sparte Güterverkehr, in der letztes Jahr ein Verlust resultierte.

Total 349 Millionen Franken oder vier Millionen Franken mehr als im Vorjahr erwirtschaftete die Rhätische Bahn (RhB) im Geschäftsjahr 2014. Erfreulich fielen die Zahlen im Personenverkehr aus, wo die Bahn trotz des schwierigen Umfeldes im Tourismus Frequenzen und Ertrag steigerte. 10,1 Millionen Passagiere fuhren in den RhB-Zügen, was ein Plus von 2,7 Prozent bedeutet.

Die Einnahmen im Personenverkehr wuchsen um eine halbe Million auf 97,7 Millionen Franken, wie das Bahnunternehmen am Freitag in Chur bekanntgab. Auch der Autoverlad am Vereina brachte eine halbe Million Franken mehr oder insgesamt 14,7 Millionen Franken ein.

Enthalten in den Gesamteinnahmen sind Abgeltungen der öffentlichen Hand von 72 Millionen Franken für den Personenverkehr und sechs Millionen Franken für den Güterverkehr. Unter dem Strich weist die Bahn ein positives Ergebnis von 186'000 Franken aus, gegenüber 261'000 Franken im Vorjahr.

Güterverkehr: Ausgeglichenes Ergebnis im Auge

Sorgen bereitet dem Bahnunternehmen nach wie vor die Sparte Güterverkehr, wo es zu einem Betriebsverlust von 1,6 Millionen Franken kam. Die transportierten Mengen sind weiter rückläufig.

«Das wollen und können wir nicht länger tolerieren», sagte Verwaltungsratspräsident Stefan Engler an der Bilanzmedienorientierung zur Entwicklung im Güterverkehr. Konkret will die RhB den Güterwagen-Bestand reduzieren und das Angebot den Marktbedürfnissen anpassen. Engler betonte, Ziel sei es, in spätestens zwei bis drei Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

Die Investitionen von 205 Millionen Franken übertrafen jene des Vorjahres um 20 Millionen Franken. 161 Millionen Franken wurden allein in die Infrastruktur investiert.

Im laufenden Jahr will die RhB die Flotte erneuern. Bereits erfolgt ist die öffentliche Ausschreibung zur Beschaffung von 27 vierteiligen Triebzügen. Beim Projekt Neubau des Albulatunnels stehen Vorbereitungsarbeiten im bestehenden Tunnel an. Der Anstich zum neuen Tunnel soll im Herbst stattfinden.

Unfall belastet Rechnung

Überschattet wurde das Jubiläumsjahr vom schwersten RhB-Unglück seit langem: Im August entgleiste bei Tiefencastel ein Zug wegen eines Erdrutsches. Ein Waggon stürzte vom Trassee und blieb in einem Steilhang an Bäumen hängen. Elf Personen wurden verletzt, eine von ihnen erlag später ihren Verletzungen.

Laut Verwaltungsratspräsident Engler wird im Verlauf des Sommers der Bericht der Untersuchungsbehörden zum Unfall erwartet. Das Ereignis belastete die RhB-Rechnung mit 1,1 Millionen Franken. Darin enthalten sind Aufwendungen für Rettungskosten sowie für die Instandsetzungen von Infrastruktur und Rollmaterial.

Die verunfallten Passagiere, einige davon aus Asien, seien wieder gesund. Es sei versucht worden, «kulante Lösungen zu treffen». Engler sagte, man habe nicht den Eindruck, dass Passagiere wegen des Unfalls Angst hätten, «mit uns zu fahren». (sda)

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