Folgen für den Körper: Horrorfilme lassen das Blut wirklich erstarren
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Folgen für den KörperHorrorfilme lassen das Blut wirklich erstarren

Wenn wir uns gruseln, sprechen wir oft davon, dass uns das Blut in den Adern gefriert. In der Aussage steckt viel Wahres.

von
fee

Obwohl wir nur Zuschauer sind, reagiert unser Körper stark auf Horrorfilme. Nicht nur pocht das Herz schneller und die feinen Härchen auf den Armen stellen sich auf, auch auf unser Blut hat der inszenierte Grusel Wirkung: Es bereitet sich darauf vor, dass wir verletzt werden, wie es im «British Medical Journal» heisst.

Für die Studie von Forschern um Banne Nemeth von der Universität Leiden mussten sich 24 Probanden im Abstand von einer Woche entweder erst einen Horrorfilm und dann eine Doku über die Champagner-Herstellung ansehen oder umgekehrt. Während der Vorführung mussten die Teilnehmer jeweils auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht gruselig) bis 10 (nervenaufreibend) angeben, wie sehr sie sich gruselten. Zudem wurde vor und nach dem Film Blut abgenommen, das die Forscher auf Gerinnungsfaktoren untersuchten.

Stockendes Blut

Wie zu erwarten war, stuften die Probanden den Horrorfilm als schrecklicher ein als den Dokumentarfilm. Die Bluttests hingegen erstaunten die Forscher: So massen die Forscher bei mehr als der Hälfte der Horrorfilmkonsumenten nach dem Film erhöhte Werte des Blutgerinnungsfaktors VIII. Bei den Betrachtern des Bildungsfilms nahm dieser Wert nur bei drei Personen zu, bei 86 Prozent dagegen ab.

Nemeth und seine Kollegen halten die verstärkte Gerinnungsneigung aus evolutionärer Sicht für sinnvoll. Denn in früheren Zeiten hingen Angst und Schrecken in der Regel tatsächlich mit lebensbedrohlichen Situationen zusammen. Die Verletzungsgefahr war dabei real. Eine verstärkte Blutgerinnung war in solchen Fällen entscheidend, um eine Blutung schnell zu stoppen.

Blutgerinnungsfaktor VIII

Einer von verschiedenen Gerinnungsfaktoren. Die Eiweisse regulieren die Blutgerinnung: Ein Mangel daran lässt Blut zu wenig gerinnen und kann für tödliche Blutungen sorgen, eine zu starke Konzentration erhöht dagegen das Thromboserisiko. Die Blutplättchen kleben dann schneller zusammen.

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