Aktualisiert 21.03.2006 12:17

Horrormedikament: Schon bei den Tierversuchen gabs Probleme

Nach den Medikamententests in London schweben zwei Männer immer noch in Lebensgefahr. Die Pharmafirma räumt jetzt ein, dass es bereits bei Versuchen mit Affen zu starken Schwellungen der Lymphknoten gekommen war.

Schon vor dem dramatischen Ausgang eines Medikamententests einer deutschen Firma in London hat es bei Tierversuchen Auffälligkeiten gegeben. Das Würzburger Pharmaunternehmen TeGenero bestätigte, dass bei zwei von 20 Versuchsaffen eine deutliche Schwellung der Lymphknoten festgestellt worden war.

Die Symptome seien jedoch völlig anders gewesen bei der ersten klinischen Erprobung der Substanz an Menschen als vor einer Woche, hieß es im deutschen Online-Dienst Netzzeitung. Die Teilnehmer des Tests mit der Substanz TGN1412 sind dem Unternehmen zufolge auf eine Lymphknotenschwellung bei getesteten Affen hingewiesen worden.

Bei den Versuchen sind sechs Männer schwer erkrankt. Zwei befinden sich noch immer in Lebensgefahr.

Inzwischen sind vier der sechs Männer wieder bei Bewusstsein. Die beiden Patienten in Lebensgefahr liegen weiterhin im Koma und werden künstlich beatmet. Sie sind 21 und 28 Jahre alt.

Das neue Mittel sollte zur Behandlung von Leukämie, Arthritis und Multipler Sklerose eingesetzt werden. Alle Tests wurden jedoch zunächst gestoppt.

Noch vor wenigen Tagen hatte TeGenero-Forschungschef Thomas Hanke (Bild)behauptet, im Tierversuch habe es keine Probleme gegeben.

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