Aktualisiert 31.01.2012 23:08

Nur noch 4 Wochen Ferien

Hortleiter laufen Sturm

Die Stadt will den Hortleitern die Ferien um jährlich zwei bis drei Wochen kürzen. Die Betroffenen und die Gewerkschaft sind empört.

von
Maja Sommerhalder
Die Arbeit als Hortleiterin ist enorm belastend.

Die Arbeit als Hortleiterin ist enorm belastend.

Schlechte Nachrichten für 600 Zürcher Hortleiterinnen und Hortleiter: Die Stadt will ihnen ab dem Jahr 2013 die Ferien auf vier respektive fünf Wochen (für über 50-Jährige) pro Jahr runterkürzen. Das sind zwei beziehungsweise drei Wochen weniger als bisher bei gleichem Lohn. Diese Absicht sei ursprünglich keine Sparmassnahme gewesen, so Adrian Scheidegger, Leiter des Projekts Erweiterung Tagesstrukturen des städtischen Schulamts: «Vielmehr strebt der Stadtrat eine einheitliche Ferienregelung für sämtliche städtischen Angestellten an.» Er verstehe aber, dass es für die Betroffenen einschneidend sei. Nicht nur einschneidend, sondern ein «Affront» sei dies, findet Canan Taktak, Regionalleiterin des Verbands des Personals Öffentlicher Dienste (VPOD): «Wir wollen alles dafür tun, um diese Kürzungen zu verhindern.» Die Arbeit als Hortleiter sei enorm belastend. Grund: die Präsenzzeiten von sieben Stunden ohne Pause. Dazu kämen Vor- und Nachbereitungszeit, viele Sitzungen und es müssten immer mehr Kinder betreut werden, so Taktak: «Die zusätzlichen Ferienwochen sind als Kompensation gedacht, zudem sind sie ein Lohnbestandteil.» Sie rechnet damit, dass Burnouts bei einer Ferienkürzung zunehmen. Dies sieht auch eine Zürcher Hortleiterin so: «Schon heute kann kaum jemand Vollzeit arbeiten. Bei vier Wochen Ferien werden wohl viele Hortleiter kündigen.» Dies wirke sich auf die Betreuungsqualität aus.

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