Hosenlose Frechheit in Amerika
Aktualisiert

Hosenlose Frechheit in Amerika

Gehts noch? Ein Richter wollte ein Reinigungsunternehmen auf 54 Millionen Dollar verklagen, weil seine Hose verloren ging.

Eine Richterin des Obersten Gerichts im US-Hauptstadtbezirk hat im Millionenprozess um eine verlorengegangene Hose heute zugunsten der beklagten Reinigung entschieden. Der Kläger Roy Pearson, selbst ein Richter, hatte von der Reinigung Custom Cleaners 54 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) wegen Irreführung des Verbrauchers und Betrug gefordert und sich dabei auf ein Verbraucherschutzgesetz sowie auf das allgemeine Strafrecht berufen.

Pearson machte geltend, dass die Reinigung im Schaufenster eine «garantierte Zufriedenheit» und «Reinigung noch am gleichen Tag» versprochen hat. Richterin Judith Bartnoff entschied jedoch, dass die Besitzer der Reinigung damit nicht gegen das Verbraucherschutzgesetz verstossen hätten. Zudem droht dem Richter der Verlust seines gut bezahlten Postens - Pearson verdiente immerhin 100 000 Dollar jährlich. Die Verfahrenskosten der drei Beklagten muss der Kläger zahlen.

Das ist auch die letzte Rettung für Chung Jin-nam und seine Frau Chung-Soo. Die Einwanderer wurden durch die Prozessierwut des Richters an den Rand des Ruins getrieben. Der Fall löste selbst im klagewütigen Amerika Widerwillen aus. Pearson war während des Prozesses mehrmals in Tränen ausgebrochen, weil «die Verbraucher der ganzen Welt betrogen» würden. In einem Fernsehkommentar hiess es schadenfreudig: «Nun hat er wirklich Grund zum Weinen.» (dapd)

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