Park Hotel Vitznau: «Hotel des Jahres» sitzt auf Millionenschulden
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Park Hotel Vitznau«Hotel des Jahres» sitzt auf Millionenschulden

Das Park Hotel in Vitznau wird derzeit in den höchsten Tönen gelobt. Doch der Schein trügt: Nach teuren Renovationsarbeiten warten Handwerker seit über einem Jahr auf ihr Geld.

von
vro
Das Park Hotel Vitznau wurde zum Hotel des Jahres 2014 gewählt  lässt manche Handwerker aber bis heute auf ihr Geld warten.

Das Park Hotel Vitznau wurde zum Hotel des Jahres 2014 gewählt lässt manche Handwerker aber bis heute auf ihr Geld warten.

Einmalige Lage, spannende Architektur und zwei herausragende Köche - mit diesen Kriterien schaffte es das Park Hotel im luzernischen Vitznau zum «Hotel des Jahres 2014». Dafür hat der österreichische Besitzer Peter Pühringer einiges investiert. Nachdem er das Luxushotel 2009 übernommen hatte, liess er es für rund 270 Millionen Franken renovieren. Im Frühjahr 2013 waren die Arbeiten endlich abgeschlossen, die «Health & Wealth Residence» wurde inklusive Rehaklinik eröffnet. Getoppt wird das Ganze durch zwei Gault-Millau-Spitzenköche, 100 motivierte Mitarbeiter und Wein für 26 Millionen Franken im Keller, schreibt die «Schweizer Illustrierte».

Die Lobpreisung des Hotels dürfte manchen jedoch gegen den Strich gehen. Im Juni 2013 deckte der «Sonntagsblick» bereits auf, dass viele Handwerker, die an den Renovationsarbeiten beteiligt waren, noch auf offenen Rechnungen sitzen. Das hat sich offenbar bis heute nicht geändert: Laut einem Sprecher der Park Hotel AG wurden «weniger als drei Prozent der Investitionssumme» noch nicht bezahlt, wie dieser in der «Aargauer Zeitung» sagt.

Zahlungsunfähigkeit und Entlassungen

Pühringer hatte bereits im vergangenen Jahr mit Klagen zu kämpfen. So reichte etwa eine Gartendesign-Firma aus Tuggen SZ beim Bezirksgericht Kriens LU eine Klage gegen den Hotelbetreiber ein. Die Forderung belief sich auf knapp 100'000 Franken. Auch andere Firmen hätten Pühringer betreiben lassen, erklärte ein Sprecher damals dem «Sonntagsblick».

Enrico Schrepfer, damals Inhaber eines Sanitär- und Heizungsunternehmens aus Chur, gehörte ebenfalls zu den Klägern. Vier Millionen Franken hatte er zwar ausbezahlt erhalten, doch auf die Restsumme von etwas über einer Million wartet er bis heute.

Schon 2013 stand die Zukunft seines Geschäfts auf der Kippe: «Ich bin zahlungsunfähig und musste schon mehrere Mitarbeiter entlassen», sagte er zur Zeitung.

Handwerker Konkurs, Betreiber baut weiter

Mittlerweile musste Schrepfer seinen Betrieb dichtmachen. Die Park Hotel AG schulde ihm noch immer 1,7 Millionen Franken, sagt er zur «Nordwestschweiz». «Das hat mich meine Existenz gekostet. Ich verlor mein Haus und meine Altersvorsorge.»

Nebst jenem von Schrepfer musste ein weiteres Handwerksunternehmen in Konkurs gehen. Pühringer scheint das nicht zu beirren. Er hat schon sein nächstes Megaprojekt geplant und will in Vitznau Villen und einen Hotelkomplex für rund 100 Millionen Franken errichten. Weil Anwohner und Umweltorganisationen dagegen Einsprachen eingereicht haben, liegt das Projekt derzeit jedoch auf Eis.

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