Fachkräftemangel im Tourismus: Hotel im Wallis lockt mit 10 Wochen Ferien für Mitarbeitende

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Fachkräftemangel im TourismusHotel im Wallis lockt mit 10 Wochen Ferien für Mitarbeitende

Das Luxushotel Cervo in Zermatt bietet seinen Arbeitnehmenden zehn Wochen Ferien pro Jahr. So soll der Betrieb für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber attraktiver werden.

von
Dominique Dussling
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Das Cervo Mountain Resort in Zermatt sucht Personal für die kommende Wintersaison – doch dieses ist rar. 

Das Cervo Mountain Resort in Zermatt sucht Personal für die kommende Wintersaison – doch dieses ist rar. 

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Das Luxusresort reagiert auf den Fachkräftemangel in der Tourismusbranche mit zehn Wochen Ferien für potenzielle Mitarbeitende.

Das Luxusresort reagiert auf den Fachkräftemangel in der Tourismusbranche mit zehn Wochen Ferien für potenzielle Mitarbeitende.

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Die neuen Regelungen erhöhen auch die Sicherheit und Stabilität der Arbeitsbedingungen. Keine Selbstverständlichkeit in der Gastrobranche.

Die neuen Regelungen erhöhen auch die Sicherheit und Stabilität der Arbeitsbedingungen. Keine Selbstverständlichkeit in der Gastrobranche.

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Darum gehts

  • In der Schweizer Hotellerie mangelt es an Personal. 

  • Das Edelhotel Cervo in Zermatt bietet neuen Mitarbeitenden fünf zusätzliche Ferienwochen.

  • Durch einen festen Ganzjahresvertrag soll zusätzlich die Bindung der Angestellten gestärkt werden.

  • Das Pilotprojekt läuft ein Jahr lang, danach soll Bilanz gezogen werden.

Die Schweizer Hotellerie kämpft mit Personalmangel. Ein Zermatter Luxusresort hat nun eine ungewöhnliche Lösung parat: Obwohl das Cervo Mountain Resort nur in zehn Monaten im Jahr für Gäste geöffnet sei, erhielten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab November einen Ganz-Jahresvertrag anstelle der branchenüblichen saisonalen Anstellung, berichtet der «Walliser Bote». Die Konsequenz: Das Personal bekommt mehr bezahlte Ferien. Die gesetzlich vorgeschriebene Ferienzeit und die Feiertage miteingerechnet, stehen Neuankömmlingen ab der Wintersaison 2022 zehn Wochen arbeitsfreie Zeit zur Verfügung. 

Doch die neue Regel ist kein Freibrief. Die zusätzlichen Ferien können nur in den Monaten Mai und Juni bezogen werden. Dies sei aber laut Hotel eine gut planbare Ferienzeit für die Angestellten. Die 5-Tage-Woche mit zwei Ruhetagen am Stück bleibt ebenfalls bestehen.

Eine Idee, die einen Versuch wert ist

Das neue Modell sei erst mal ein Versuch, um herauszufinden, ob mehr Freizeit den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden entspreche, sagt Marco Osterwalder, der neue General Manager des Cervos. Er sieht die Idee als grosse Chance, hochwertiges Personal zu finden – für die gesamte Branche, nicht nur für sein Resort.

Die zwölfmonatige Anstellung bringt für die Mitarbeitenden im Leben weniger Bürokratie und mehr Sicherheit mit sich. So müssen sie sich nur einmal bei der Gemeinde an- oder abmelden und können Mietverträge für ein ganzes Jahr abschliessen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland haben zudem die Möglichkeit, eine Aufenthaltsbewilligung B zu beantragen. 

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«Das Cervo setzt am richtigen Ort an»

Die Mediensprecherin von Zermatt Tourismus befürwortet die Taktik des Hotels: In der aktuellen Situation seien kreative Lösungen gefragt. «Das Cervo setzt am richtigen Ort an und schafft ein attraktives Angebot für die Mitarbeitenden.» Die einzigartigen Arbeitsbedingungen würden dazu beitragen, gut ausgebildetes Personal nach Zermatt zu locken und den dortigen Service und den Hotellerie-Standard hochzuhalten.

Die Jahresverträge trügen zusätzlich dazu bei, die «Mitarbeiter an den Betrieb zu binden», sagt Laura Anthamatten, Marketing-Chefin im Walliserhof Saas-Fee. Ihr Gastbetrieb verwendet bereits seit 2019 ein ähnliches System, jedoch ohne die zusätzliche Ferienzeit. In Saas-Fee habe sich dies ausgezahlt. 

In Zermatt steht man noch am Anfang. Die zwölfmonatigen Verträge mit zehn Wochen Urlaub werden erst einmal auf die Probe gestellt. Nach Ablauf der Probefrist in einem Jahr will Osterwalder beurteilen, ob sich die Umstellung für alle gelohnt hat. Laut Budget sollen zumindest keine Mehrkosten entstehen. 

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