Eintritt Ü-18: Hotel, Restaurant und ÖV - aber bitte ohne Kinder!
Aktualisiert

Eintritt Ü-18Hotel, Restaurant und ÖV - aber bitte ohne Kinder!

Viele Reisegesellschaften bieten kinderfreie Ferien an. Unsere Leser finden das super - und nicht nur auf Reisen möchten sie auf Kindergeschrei verzichten.

von
Viktoria Weber
Wenn es nach den Lesern geht, kann es gar nicht genug kinderfreie Zonen geben - obwohl viele eigene Kinder haben oder sich zumindest welche wünschen.

Wenn es nach den Lesern geht, kann es gar nicht genug kinderfreie Zonen geben - obwohl viele eigene Kinder haben oder sich zumindest welche wünschen.

Wer in die Ferien geht, will sich erholen und das geht am besten, wenn wirklich Ruhe herrscht. Auf dieses Verlangen nach ungestörter Entspannung hat die Reisebranche längst reagiert und bietet Feriendomizile ausschliesslich für Erwachsene an – Kindergeschrei ausgeschlossen (20 Minuten Online berichtete). Doch was halten unsere Leser von dieser Art von Angeboten? Sie sind begeistert!

An einer nicht-repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online nahmen 7398 Personen teil. 60 Prozent der Befragten finden Ferienangebote, die sich gezielt nur an Personen über 18 Jahre richten, sehr gut und würden diese auch nutzen. Lediglich acht Prozent sind gar nicht einverstanden mit dieser Idee.

Doch damit nicht genug. Auch an vielen anderen Orten würden sich die Leser eine kinderfreie Zone wünschen. Grundsätzlich finden 60 Prozent der Befragten kinderfreie Freizeitangebote «sehr gut». Rund 44 Prozent würden beispielsweise ein kinderfreies Restaurant aufsuchen und im Bereich Wellness haben die Kleinen für über 66 Prozent der Befragten nichts zu suchen.

Dürfen Kinder überhaupt noch irgendwohin?

Auf die Frage, ob es auch noch andere Orte gibt, die besser kinderfrei sein sollten, antwortete rund ein Drittel mit Ja und machte folgende Vorschläge besonders häufig: Vor allem im öffentlichen Verkehr, in Zügen und Flugzeugen wünscht man sich die Kinder weg. Aber auch in der direkten Nachbarschaft will man kein Kindergeschrei ertragen müssen, weshalb viele Befragte die Antwort kinderfreie «Wohnsiedlung», «Mietwohnungen» oder «Wohnquartier» nannten. Auch Einkaufszentren und Supermärkte sollten laut einigen Befragten kinderfrei sein.

Hinzu kommen Angaben wie «Museum», «Theater», «Bibliothek» und «Kino» – auch hier fühlt man sich von der U-18-Generation gestört. Und wer glaubt, dass Hallenbäder gut geeignet sind, um mit seinen Kindern einen schönen Nachmittag zu verbringen, der täuscht sich. Die Antwort «Schwimmbad» oder «Hallenband» nannten auch einige der Befragten als gewünschte kinderfreie Zone.

Insgesamt vermitteln die Ergebnisse den Eindruck, als ob unsere Leser überhaupt keine Kinder mögen würden. Erstaunlich – gibt doch ein Viertel der Befragten an, selber Kinder zu haben. Und von denen, die bisher noch keine Kinder haben, geben immerhin rund 37 Prozent an, sich welche zu wünschen.

Schuld sind nicht die Kinder

Auf die Frage, ob man sich von Kindern gestört fühlt, antwortete mit 9 Prozent nur der geringste Teil mit der Antwort «Nein, ich mag Kinder, sie stören mich nie». Alle anderen fühlen sich mehr oder weniger häufig von Kindern gestört – rund 13 Prozent der Befragten gaben gar an, Orte, an denen Kindergeschrei nerven könnte, gänzlich zu meiden.

Doch wie passt das zusammen? Die meisten Befragten fühlen sich von Kindern gestört, aber dennoch haben oder wollen viele von ihnen eigene Nachkömmlinge. Eine Erklärung für diesen Widerspruch bietet die Frage danach, was genau an Kindern stört. Auf Platz eins der meistgenannten Antworten rangiert mit 84 Prozent die Wahlmöglichkeit «Die Eltern, die die Kinder nicht im Griff haben». Wenn es also nicht die Kinder selbst sind, sondern die Eltern, dann kann man es ja selber besser machen. Natürlich.

Besonders stark fällt der Widerspruch übrigens bei den Frauen aus. Der Kinderwunsch ist mit rund 40 Prozent bei den weiblichen Befragten noch stärker als bei den Männern (34 Prozent), dennoch sind die Frauen noch mehr angetan von den kinderfreien Freizeitangeboten. Rund 62 Prozent der weiblichen Befragten würden die kinderfreien Ferienangebote nutzen (59 Prozent bei den Männern), nur 6 Prozent finden diese Idee unmöglich. Bei den männlichen Befragten wählten immerhin rund 10 Prozent die Antwort: «Das finde ich überhaupt nicht gut. Wie kann man nur so gegen Kinder schiessen?»

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