Aktualisiert 11.11.2004 08:12

«Hotel-Sozialwohnung» ruft Politiker auf den Plan

Der Fall der Familie, für deren Hotelaufenthalt das Sozialamt monatlich 8000 Franken aufwendet, wirft hohe Wellen. Bürgerliche Politiker laufen Sturm.

Seit September wohnt die

6-köpfige Familie im ZicZac im Niederdorf. Ganze 8000 Franken blättert das Sozialamt dafür monatlich auf den Tisch. «Das ist schlicht eine Riesensauerei», so SVP-Fraktionschef Markus Schwyn. Seine Partei hat gestern eine entsprechende Interpellation im Rat eingereicht. Auch die FDP will vom Stadtrat via politischen Vorstoss heikle Fragen beantwortet haben: «Das ist tatsächlich eine verrückte Geschichte. Da muss ein Fehler im System stecken», findet Fraktionschef Beat Badertscher. Weniger dramatisch sieht die Sache SP-Fraktionschefin Judith Bucher: «Klar, freut sich niemand über einen solchen Fall. Aber die Stadt hat dafür zu sorgen, dass niemand auf der Strasse landet – schon gar nicht Familien mit Kindern.»

Stadträtin Monika Stocker verteidigt das Vorgehen ihres Departements: «Es handelt sich hier wirklich um eine Ausnahme. Wir wollten einfach nicht, dass die Familie auseinandergerissen wird, da der Vater erwerbslos und die Mutter hochschwanger war.» Leider gebe es rund zehn vergleichbare Fälle dieser Art pro Jahr. Die genauen Kosten könnten nicht beziffert werden. Sicher würden aber im ZicZac nach dieser Indiskretion keine Familien mehr einquartiert.

Daniel Zumoberhaus

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