Aktualisiert 27.07.2015 11:42

TessinHotel stellt Betrüger an den Pranger

Er schläft in den teuersten Hotelzimmern, trinkt Champagner zum Mittagessen und lädt andere Gäste zu Drinks ein. Dann prellt der Schweizer die Zeche.

von
Patrick Mancini
Mit diesem Aushang warnt das Hotel vor dem Zechpreller.

Mit diesem Aushang warnt das Hotel vor dem Zechpreller.

«Achtung: Liebe Gäste. Wir informieren Sie, dass der Herr auf diesem Foto nicht in unserem Hotel eingecheckt ist. Bitte informieren Sie die Rezeption, sollte sich dieser Herr im Hotel befinden.» Ein Zettel mit diesem Text – übersetzt auf vier Sprachen – hängt in einem Hotel in Ascona in allen möglichen Ecken.

Darüber prangt ein Foto eines Schweizers mit srilankischen Wurzeln. Ein Mann, der für mächtig Unruhe gesorgt hat. So hat er offenbar in den schönsten Hotels direkt am See übernachtet und sich dort den Bauch vollgeschlagen. «Auch bei uns», sagt ein Verantwortlicher des Hotels «Tre Stelle» in Ascona zu tio.ch.

«Es gab keinen Grund, ihn zu hinterfragen»

Während drei Tagen habe der Mann im teuersten Zimmer des Hotels geschlafen. Zum Mittag- und Abendessen bestellte er Champagner und lud die anderen Gäste ebenfalls auf seine Rechnung ein. Runde für Runde spendierte er grosszügig.

«Wir haben ihm vertraut», so der Angestellte des «Tre Stelle». Beim Check-in habe er eine gewöhnliche Identitätskarte vorgezeigt. «Es gab keinen Grund, ihn zu hinterfragen.»

Der Schweizer ist bereits vorbestraft

Doch als es dann ums Bezahlen ging, kam die Überraschung: Der grosszügige Herr hatte kein Geld. Die Hoteldirektion informierte sofort die Polizei. «Nachdem sie den Mann befragt hatte, sagte sie uns, er sei in der Schweiz bereits vorbestraft. Man könne aber nichts machen, da er ja kein Geld bei sich habe.»

Deswegen hängen im Hotel jetzt überall diese Zettel. Damit soll verhindert werden, dass der Zechpreller zurückkehrt. «Ausserdem versuchen wir damit unsere Kollegen zu warnen – wir wollen nicht, dass andere auch in seine Falle tappen.»

Betrüger an den Pranger zu stellen, ist stark umstritten

Dass Firmen säumige Kunden an den Pranger stellen, kommt in der Schweiz immer öfter vor. Das Vorgehen ist allerdings aus Sicht der Datenschützer stark umstritten. Vor allem der Internetpranger wird verurteilt, da es sich dabei um eine Art von Selbstjustiz handle und die Bilder kaum mehr zu löschen seien.

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