Aktualisiert 14.01.2017 14:45

40-mal populärerHotelgäste schauen lieber Netflix als Pornos

Einst war der Pornokonsum der Gäste eine nette Einnahmequelle für Hotels. Mit Netflix ist alles anders: Der Streamingdienst lässt das Interesse an Erwachsenen-Filmen schwinden.

von
vb
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Bei Hotelgästen ist Netflix mittlerweile populärer als der hauseigene Video-on-Demand-Service.

Bei Hotelgästen ist Netflix mittlerweile populärer als der hauseigene Video-on-Demand-Service.

Alexander Heinl
Eine beliebte Original-Netflix-Serie ist beispielsweise «Orange Is the New Black».

Eine beliebte Original-Netflix-Serie ist beispielsweise «Orange Is the New Black».

Keystone/AP/Paul Schiraldi
Auch diese Serien sind auf Netflix besonders beliebt:

Auch diese Serien sind auf Netflix besonders beliebt:

Keystone/AP/Elise Amendola

Wer im frisch bezogenen Hotelzimmer durch die Fernsehkanäle zappte, landete noch vor ein paar Jahren früher oder später fast zwangsweise beim «Erwachsenen-Angebot». Wer davon Gebrauch machte, bekam beim Auschecken die Rechnung präsentiert: Die meisten Hotels rechneten pro angeschautem Film ab.

Doch diese Einnahmequelle versiegt nun. Nur noch in einem Prozent der Hotelzimmer werden an einem durchschnittlichen Tag kostenpflichtige On-Demand-Videos konsumiert. Für 90 Prozent des Ertrags, der daraus entsteht, sind Pornos verantwortlich. Das ist das Ergebnis einer Studie von Enseo. Das Unternehmen verkauft Unterhaltungstechnologie für grosse Hotelgruppen weltweit.

«Werdet die Pornos los!»

Ganz anders präsentieren sich die Zahlen in Bezug auf den Streamingdienst Netflix. In Hotelzimmern, in denen Fernseher mit der Netflix-App zur Verfügung stehen, liegt die Nutzungsrate bei durchschnittlich 40 Prozent. Anders gesagt: Netflix ist 40-mal beliebter als Sexfilme.

Die Aufforderung von Enseo-Chefin Vanessa Ogle an die Hoteliers ist darum denkbar simpel: «Werdet die Pornos los und ersetzt sie durch Netflix.» Ihre dahingehenden Gespräche mit den Hotelvertretern seien aber zäh verlaufen, sagte Ogle zum Onlinemagazin «Variety». Der Grund: Pornofilme bescherten den Hotels bis noch vor ein paar Jahren einen hübschen Umsatz. Der geht den Häusern nun flöten: Wenn die Gäste im Hotelzimmer Filme oder Serien streamen, verdienen sie daran keinen Rappen.

Eine Grafik der Immobilienfirma CBRE zeigt, dass die Nutzung von Video-on-Demand-Angeboten in Hotelzimmern in den USA seit dem Jahr 2000 um 75 Prozent eingebrochen ist:

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