Grosse Schelte: Hotelierchef wettert gegen lausige Betriebe
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Grosse SchelteHotelierchef wettert gegen lausige Betriebe

Der oberste Schweizer Hotelier geht mit seiner Branche hart ins Gericht. Es gebe zu viele faule Eier in der Schweizer Branche, sagt Guglielmo Brentel. Gäste müssen andere Gäste vor solchen Häusern warnen.

«Die Hoteliers müssen endlich verstehen, dass sie das Geschäft nicht mehr mit Essen, Trinken, Schlafen machen», sagt Hotelierpräsident Guglielmo Brentel.

«Die Hoteliers müssen endlich verstehen, dass sie das Geschäft nicht mehr mit Essen, Trinken, Schlafen machen», sagt Hotelierpräsident Guglielmo Brentel.

Neben Frankenstärke und hohen Kosten plagen den Schweizer Tourismus und seine Beherbergungsbetriebe auch hausgemachte Probleme. Verbandspräsident Guglielmo Brentel von Hoteliersuisse geht mit Fremdenverkehrsunternehmern, die sich nicht anpassen wollen, hart ins Gericht.

Es gebe zu viele faule Eier in der Schweizer Hotellerie, sagte Brentel im Gespräch mit dem «Sonntagsblick». «Es ist klar, hundlausige Hotels müssen weg. Gäste müssen andere Gäste vor solchen Häusern warnen,» sagte er.

Aber auch seriöse Hotels, die in der Krise sind, müssten sich ändern: «Die Hoteliers müssen endlich verstehen, dass sie das Geschäft nicht mehr mit Essen, Trinken, Schlafen machen. Sie müssen mit anderen Anbietern zusammenarbeiten.» Mehr Leistung wäre etwa, den Gästen die Benutzung von Bergbahnen gratis anzubieten.

Auch müssten die Hoteliers zusammenarbeiten: «Der eine baut die Wellness-Oase, der andere übernimmt das Restaurant. Oder die Gästeunterhaltung und das Kinderprogramm.» Ein betreuter Kinderclub sei wichtig im Familientourismus, doch koste eine solche Einrichtung in der Schweiz fünf Mal mehr als in Österreich.

Für schwer nachvollziehbar hält Brentel auch, dass drahtloses Netzwerk nicht gratis angeboten werde. Gratis-WLAN sei für Reisende eines der wichtigsten Kriterien für die Wahl eines Hotels.

Mit den staatlichen Unterstützungen ist Brentel nicht zufrieden. «Wir erhalten weniger als Banken, Bauern oder Schokoladehersteller», sagte er. Zu den 200 Millionen Franken, die zur Abfederung der Folgen der Zweitwohnungsinitiative gesprochen wurden, sagte Brentel: «Das Problem ist, dass man uns das Geld auf der einen Seite wegnimmt und auf der anderen Seite wieder zuführt». Nachteilig seien Zölle auf Fleisch. (sda)

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