Coronakrise in der Schweiz: Hoteliers in den Städten trifft es besonders hart

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Coronakrise in der SchweizHoteliers in den Städten trifft es besonders hart

Den Schweizer Hotels fehlen die Gäste aus dem Ausland. Die Coronakrise sorgt für einen Buchungsrückgang im Juli um 26,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Vom Ausbleiben ausländischer Gäste hart getroffen sind in der Schweiz insbesondere Hotels in den Städten, wo Geschäftsreisende, Kongressteilnehmer oder ausländische Touristen oft die wichtigsten Kunden sind. (Symbolbild)

Vom Ausbleiben ausländischer Gäste hart getroffen sind in der Schweiz insbesondere Hotels in den Städten, wo Geschäftsreisende, Kongressteilnehmer oder ausländische Touristen oft die wichtigsten Kunden sind. (Symbolbild)

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Gerade noch knapp 138'000 so genannte Logiernächte weist das Bundesamt für Statistik für die Stadt Zürich für die beiden Monate in den am Freitag veröffentlichten Zahlen aus.

Gerade noch knapp 138'000 so genannte Logiernächte weist das Bundesamt für Statistik für die Stadt Zürich für die beiden Monate in den am Freitag veröffentlichten Zahlen aus.

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Auch in den anderen Städten ist die Lage für die Hotels äusserst düster: In Genf betrug der Rückgang 79 Prozent.

Auch in den anderen Städten ist die Lage für die Hotels äusserst düster: In Genf betrug der Rückgang 79 Prozent.

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Darum gehts

  • Stadt-Hotels bekommen die fehlenden Geschäftsreisen zu spüren.
  • Allein in Zürich ging die Zahl der Übernachtungen um 81 Prozent zurück.
  • Einzelne Feriendestinationen konnten davon profitieren, dass Schweizer weniger ins Ausland reisten.

Die Coronakrise setzt der Schweizer Hotelbranche hart zu: Im Juli wurden 26,4 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet als letztes Jahr. Geradezu eingebrochen sind die Zahlen in den Städten. In einzelnen Destinationen aber wurden diesen Sommer sogar mehr Gäste verzeichnet als 2019.

Düster ist die Lage vorab in den städtischen Zentren, die stark von Geschäftsreisenden, Kongressteilnehmern und internationalen Touristen abhängig sind. In Zürich ist die Zahl der Hotelübernachtungen im Juni und Juli zusammengezählt um 81 Prozent zurückgegangen.

Gerade noch knapp 138'000 so genannte Logiernächte weist das Bundesamt für Statistik für die Stadt Zürich für die beiden Monate in den am Freitag veröffentlichten Zahlen aus. Die Zahlen des Monats August liegen noch nicht vor, sie dürften in der Tendenz aber kaum anders sein.

Auch in den anderen Städten ist die Lage für die Hotels äusserst düster: In Genf betrug der Rückgang 79 Prozent, in Basel 70 Prozent, in Bern 64 Prozent und in Lausanne 59 Prozent.

Nachfrage im Berner Oberland eingebrochen

Sehr stark eingebrochen ist die Nachfrage auch in Destinationen, die sich bei der Gestaltung ihrer Angebote und im Marketing stark auf ausländische Touristen ausgerichtet haben. Im Berner Oberland, wo sonst viele Inder und Chinesen die Bergwelt bestaunen, bleiben viele Hotelbetten leer.

In Interlaken und den umliegenden Ortschaften betrug das Minus im Juni und Juli zwischen 50 und 65 Prozent. In Luzern, das traditionellerweise viele asiatische Touristen anzieht, wurden 71 Prozent – oder in absoluten Zahlen ausgedrückt 220'000 – weniger Hotelübernachtungen verzeichnet. In Engelberg am Fusse des bei Touristen beliebten Ausflugziels Titlis weist das BFS ein Minus von 71 Prozent aus.

Unbenutzt blieben viele Hotelbetten aber auch in Zermatt und St. Moritz. Auch dort konnten Gäste aus der Schweiz den Wegfall der ausländischen Touristen nicht kompensieren. Die Übernachtungszahlen liegen diesen Sommer 42 respektive 25 Prozent unter den Werten von 2019.

Einzelne Destinationen konnten im Sommer dagegen davon profitieren, dass Schweizerinnen und Schweizer heuer weniger ins Ausland reisen und ihre Ferien in der Schweiz verbringen. So verzeichneten insbesondere auch sonst stark auf den inländischen Tourismus ausgerichtete Destinationen im Kanton Graubünden im Juni und Juli mehr Hotelübernachtungen als letztes Jahr.

Bündner Hotels gut belegt

Konkret gab es in Flims und Lenzerheide (Vaz/Obervaz) ein Plus von rund 50 Prozent, in Arosa eines von 27 Prozent. Gut lief es aber auch vielen Ferienorten am Lago Maggiore im Tessin: Locarno und Ascona verzeichnen im Juni und Juli zusammengezählt in etwa gleich viele Touristen wie 2019, im Juli alleine betrachtet sogar mehr.

(SDA)

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