Zürich: Hoteliers wehren sich gegen Dörfli-Strich
Aktualisiert

ZürichHoteliers wehren sich gegen Dörfli-Strich

Hoteliers und Gewerbler im Niederdorf sind wütend auf die Stadt: Sie wollen verhindern, dass es in ihrem Quartier weiter einen Strassenstrich gibt.

Felix Helbling: Strich an der Zähringerstrasse muss weg. (Fot: lüs)

Felix Helbling: Strich an der Zähringerstrasse muss weg. (Fot: lüs)

«Wir hatten erwartet, dass der Stadtrat die Prostitution an der Zähringerstrasse im neuen Strichplan verbietet», sagt Felix Helbling, Direktor des Hotels Alexander und Vorstandsmitglied der Geschäftsvereinigung Limmatquai Dörfli. Dass das Niederdorf künftig der einzige Ort in der ­Innenstadt sein solle, an dem die Strassenprostitution noch erlaubt ist, werde man nicht auf sich sitzen lassen, dagegen werde man massiven Widerstand leisten. «Nach der Schliessung des Sihlquais würde sich die Situation bei uns noch einmal massiv verschärfen», befürchtet Stefan Lanz, Direktor des Hotels Scheuble an der Zähringerstrasse.

Dabei sei die Lage jetzt schon unhaltbar geworden, sagen die Hotelbetreiber. Seit letztem Sommer, als die Polizei ihre Präsenz am Sihlquai verstärkt habe, würden immer mehr Prostituierte an die Zähringerstrasse strömen, mit ihren Freiern ver­kehrten sie in Hinterhöfen oder gar auf parkierten Autos. «Abends sind es mindestens 20 Frauen, hinzu kommen mindestens so viele Stricher», so Helbling. Vor allem die Frauen seien aufdringlich: «Sie belästigen unsere Gäste und begrapschen sie teilweise gar», sagt Lanz. Das hat Folgen: Wegen Lärmklagen mussten die Ho­teliers ihren Gästen schon Preisnachlässe gewähren, zudem häufen sich negative Bewertungen ihrer Herbergen auf Online-Portalen. Auch Michael Braumandl, Inhaber des ­Geschäfts Braumandl Zinn an der Zähringerstrasse, ist empört: «Offenbar gewichtet die Stadt den Schutz des Sexgewerbes höher als den von uns steuerzahlenden Gewerbetreibenden.»

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