Hotelplan: Keine Reiselust
Aktualisiert

Hotelplan: Keine Reiselust

Das zur Migros gehörende Reiseunternehmen Hotelplan bekam 2004 die Reiseunlust der Schweizer zu spüren. Die Umsatzsteigerung auf 1,792 Milliarden Franken wurde im Auslandgeschäft erzielt.

Der Gewinn erreichte mit 13,4 Millionen Franken das Vorjahresniveau. Die Margen kamen weiter unter Druck.

Der Schweizer Reisemarkt verharrte in Lethargie, hiess es am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz von Hotelplan in Zürich. Die Reiselust leide unter der lahmenden Volkswirtschaft. Hotelplan gelang im Ende Oktober 2004 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2003/04 zwar eine Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent auf 1,792 Milliarden Franken. Im Inlandmarkt erzielte Hotelplan aber gerade Mal ein Plus von 1,3 Prozent auf 745,8 Millionen Franken. Der Migros-Reisekonzern erzielt mittlerweile 58,4 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Hotelplan spürte neben Reiseunlust auch die Konkurrenz der Last-Minute- und Billiganbieter und musste teilweise im Preiskampf mitziehen. Folge war ein Absinken dee Betriebsgewinnmarge auf 1,7 Prozent und eine Stagnation des Konzerngewinns bei 13,4 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn (EBITA) sank sogar um 6,6 Prozent auf 30,2 Millionen Franken. Davon wurden nur 5,5 Millionen Franken in der Schweiz erzielt. Der Cash-Flow sank um 1,1 Prozent auf 46,9 Millionen Franken.

Im Reisetrend lagen 2004 Individualreisen per Schiff und Flugzeug. Im Segment Pauschalreisen und Badeferien habe dagegen Flaute geherrscht. In diesem Jahr will Hotelplan daher auch individuelle Badeferien anbieten. Beim Buchen hinkt Hotelplan dem Trend hinterher: Im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Anteil Internet-Buchungen nur fünf Prozent am Gesamtumsatz. Dabei rechnet Hotelplan damit, dass sich gerade das Individualreisesegment über den Online-Kanal erholen wird. Über die Pläne zum Ausbau des eigenen Internetvertriebs hält sich das Unternehmen noch zurück.

Hotelplan-Chef Christof Zuber sagte, es sei nicht absehbar, wann sich der Buchungsstau auflöse. Das Seebeben im Indischen Ozean habe gezeigt, wie ausserordentliche Ereignisse das Kundenverhalten nachhaltig ändern könnten. Per Ende Februar lag der Buchungsstand bei Hotelplan knapp fünf Prozent unter dem Vorjahr. Zuber will dennoch das Umsatz- und Gewinnniveau halten. (dapd)

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