Aktualisiert 09.01.2019 15:21

Drohende PleiteHotelplan verkauft keine Germania-Tickets mehr

Erste Reiseveranstalter lassen Germania fallen. Aus Angst vor der Pleite verkauft Hotelplan ab sofort keine Tickets vom Schweizer Germania-Ableger mehr.

von
sas
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Die deutsche Airline Germania steckt in Finanznot. Bis Ende 2018 brauchte die Gesellschaft 20 Millionen Euro, um im Geschäft bleiben zu können.

Die deutsche Airline Germania steckt in Finanznot. Bis Ende 2018 brauchte die Gesellschaft 20 Millionen Euro, um im Geschäft bleiben zu können.

Germania Flug ag / Gerry Ebner
Die Firma prüfe mehrere Optionen, um den Konkurs abzuwenden.

Die Firma prüfe mehrere Optionen, um den Konkurs abzuwenden.

Germania Flug ag / Gerry Ebner
Die schlechten Nachrichten folgen auf einen Fast-Rekord 2018: Mit 43'220 Firmengründungen gab es 2018 fast so viele neue Unternehmen in der Schweiz wie im Rekordjahr 2017.

Die schlechten Nachrichten folgen auf einen Fast-Rekord 2018: Mit 43'220 Firmengründungen gab es 2018 fast so viele neue Unternehmen in der Schweiz wie im Rekordjahr 2017.

Pixabay

Erste Schweizer Reiseveranstalter lassen Germania fallen.

«Aufgrund der aktuellen Situation haben wir online und auf sämtlichen Buchungssystemen alle Verkäufe von Germania Flug AG-Tickets als Vorsichtsmassnahme bis auf weiteres gestoppt», sagt Hotelplan-Sprecherin Priska Huguenin-dit-Lenoir am Mittwoch zu 20 Minuten. Auch in den Filialen würden keine Germania Flug AG-Flüge mehr verkauft.

«Falls Kunden dennoch mit der Airline fliegen möchten, müssen sie eine Einverständniserklärung abgeben, dass wir als Veranstalter nicht haften», so Huguenin-dit-Lenoir weiter.

Den Verkauf von einzelnen Linienflüge mit der Airline hat auch Tui Suisse vorübergehend eingestellt. Aber sonst hält Tui Suisse an Germania Flug AG fest: «Das ist ein wichtiger Partner, mit dem wir auch diesen Sommer viele Pauschalreisen durchführen», sagt Sprecherin Bianca Schmidt. «Nach der Pleite von Airberlin sind wir vor allem auf Germania Flug AG umgesetiegen.»

Germania fehlt das Geld

Der Airline Germania fehlt das Geld. Am Dienstagabend teilte die Fluggesellschaft mit, sie prüfe mehrere Optionen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. «Es geht dabei um die zentrale Frage, wie wir als mittelständisches Unternehmen auch weiterhin in einem Marktumfeld schlagkräftig bleiben, das von Fluggesellschaften mit konzernähnlichen Strukturen geprägt ist», schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.

Probleme bereiten Germania insbesondere Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen im letzten Jahr, Währungsturbulenzen sowie Verzögerungen bei Lieferung und Inbetriebnahmen neuer Flugzeuge. Beim Flugbetrieb gibt es der Airline zufolge keine Einschränkungen, alle Germania-Flüge sollen planmässig stattfinden.

Bis zum 27. Dezember 2018 brauchte die Airline bereits 20 Millionen Euro, um weiterfliegen zu können, wie Recherchen des Luftfahrtportals Aerotelegraph zeigen.

Tiefe Preise, hohe Verluste

Germania ist auf Kurz- und Mittelstreckenflüge spezialisiert. Die Fluggesellschaft mit dem grün-weissen Logo transportiert laut eigenen Angaben jährlich mehr als vier Millionen Passagiere. Zusammen mit der Schweizer Germania Flug AG und der Bulgarian Eagle betreibt Germania derzeit eine Flotte von 37 Flugzeugen.

Ab Zürich bedient Germania laut Travelnews im Winterflugplan Ferienziele wie etwas Palma, Teneriffa, Sharm-el Sheikh, Hurghada und Beirut. Die Flüge gibts ab 99 Franken pro Weg. Nach Mallorca geht es sogar ab 49 Franken. Das verdeutlicht laut Travelnews, dass wenig Cash in die Kasse fliesst, um den teurer gewordenen Flugbetrieb kostendeckend aufrechtzuerhalten.

Germania hat schon länger finanzielle Probleme. Wie Aerotelegraph schreibt, resultierte zwischen 2012 und 2016 nur einmal ein Gewinn. Die Verluste sollen sich in dieser Zeit auf über 51 Millionen Dollar belaufen.

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