Dank Euro-Tief: «Hotels steht ein Rekordwinter bevor»
Aktualisiert

Dank Euro-Tief«Hotels steht ein Rekordwinter bevor»

Hotellerie-Suisse-Präsident Guglielmo Brentel erwartet einen Rekordwinter. Aber für schwarze Schafe in seiner Branche sieht er schwarz.

von
Gérard Moinat
Hotellerie-Suisse-Präsident Guglielmo Brentel: Qualität statt Geiz.

Hotellerie-Suisse-Präsident Guglielmo Brentel: Qualität statt Geiz.

Herr Brentel, braucht es eine Rabattschlacht, um die EU-Gäste bei Stange zu halten?

Guglielmo Brentel: Nein, das Euro-Tief führt nicht zu zusätzlichen Rabatten. Das würde gar nicht drinliegen, denn die Margen in den Schweizer ­Hotels sind bereits sehr tief. Anstelle des Mottos Geiz gilt für uns hierzulande das Motto Schweiz — gemeint ist Schweizer Qualität. Das ist das einzige Verkaufsargument, das für uns spricht.

Hiesige Hotels wurden für EU-Bürger um 15 Prozent teurer. Gehen die Übernachtungen diese Saison zurück?

Sicher ist die Party vorbei, die wir mit einem Euro-Wechselkurs von 1.60 Franken feierten. Aber der Wechselkurs hat auf die Übernachtungszahlen in den qualitativ führenden Hotels unseres Verbands keinen Einfluss. Für die erwarte ich einen Rekordwinter.

Wieso?

Nehme ich mein eigenes Hotel als Massstab, dann sieht es vielversprechend aus. Ich ­hatte noch nie so viele Vorbuchungen wie für diese Wintersaison.

Und die vielen kleinen Hotels ausserhalb des Verbands, die chronisch unterbelegt sind?

Auf Hotels, die ohne klare Positionierung sind, wartet eine Strukturbereinigung.

Können Sie die zunehmende Abwanderung der Gäste in Ferienwohnung verschmerzen?

Uns ist egal, wo der Gast übernachtet, solange er es in der Schweiz tut. Denn Tourismus ist ein System mit verschiedenen Faktoren, in dem die einzelnen Mitglieder zusammenarbeiten müssen. So entwickelt sich auch unser Verband in Richtung eines Beherbergungsanbieter-Verbandes, in dem sich nicht nur Hoteliers tummeln.

Künftig 1-Stern-Hotels mit Bad

Der Branchenverband Hotellerie-Suisse informierte gestern über die ab Anfang 2011 geltenden Kriterien für Schweizer Hotel-Sterne. Egal ob 1-Stern-Pension oder 5-Sterne-Hotelpalast, der Verband verwendet fortan dieselbe Klassifizierung wie in sechs weiteren europäischen Ländern. Auf die Hoteliers kommen somit einige Veränderungen zu. So müssen sie nach einer Übergangsfrist auch in 1-Stern-Hotels die Zimmer mit einem Farbfernseher, eigener Toilette und Nasszelle ausrüsten. Für Herbergen, die diesen Komfort nicht haben, gibt es neu die Kategorie Swiss Lodge.

Deine Meinung