Abfall, Drogen und Schlägereien: Hotspot Schiffskanal: Anwohner in Angst
Aktualisiert

Abfall, Drogen und SchlägereienHotspot Schiffskanal: Anwohner in Angst

Wegen vielen Randständigen, Drogendealern und pöbelnden Jugendlichen fühlen sich die Anwohner des Thuner Schiffkanals nicht mehr sicher. Nun greift die Polizei durch.

von
Christoph Albrecht
Über die Mittagzeit ein beliebter Ort bei Schülern, verwandelt sich der Thuner Schiffkanal abends zum Hotspot für Drogendealer, Obdachlose und pöbelnde Jugendliche.

Über die Mittagzeit ein beliebter Ort bei Schülern, verwandelt sich der Thuner Schiffkanal abends zum Hotspot für Drogendealer, Obdachlose und pöbelnde Jugendliche.

Laute Handymusik, klirrende Flaschen und Krawall machende Herumhänger: Mit dem frühlingshaften Wetter haben beim Thuner Schiffskanal auch die Probleme Einzug gehalten. «Ich habe Angst, am Abend alleine dem Kanal entlang nach Hause zu laufen», sagt eine besorgte Anwohnerin. Immer mehr Randständige und Drogendealer würden sich besonders abends beim beliebten Treffpunkt zwischen dem Hauptbahnhof und den Schiffanlagestellen breit machen und eine unangenehme Stimmung verbreiten.

Nicht selten kommt es dabei rund um das Areal auch zu Pöbeleien: «Ich wurde auch schon attackiert», erzählt der Hauswart einer direkt nebenan liegenden Überbauung. Regelmässig müsse er eingreifen, weil alkoholisierte Jugendliche an die Treppenhäuser urinierten oder ihren Müll auf dem Areal deponierten. Auch Sprayereien seien an der Tagesordnung. «Die Stimmung ist extrem aggressiv», so der Mann. Viele Bewohner würden sich nur durch die Einstellhalle ins Gebäude trauen. Zudem vermittle der «schmuddelige Ort» den zahlreichen Touristen ein schlechtes Bild von Thun, nervt sich ein Anwohner.

«Beobachten die Entwicklung mit Sorge»

Den städtischen Behörden ist das Problem beim Schiffskanal bekannt: «Wir haben festgestellt, dass sich dort ein Hotspot gebildet hat. Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge», so der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) gegenüber dem «Thuner Tagblatt». Die Stadt hat deshalb reagiert und die Poizeikontrollen rund um den Schiffskanal erhöht. Dabei seien auch schon Rayonverbote wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgesprochen worden.

Polizeikontrollen stossen auf Kritik

Während sich die Anwohner erleichtert zeigen, fühlen sich viele Thuner, welche die beliebte Passage als Treffpunkt nutzen, durch die verschärfte Polizeipräsenz ihrer Freiheit beraubt. «In der Stadt wurden in den letzten Jahren schon genug Aufenthaltsorte geschlossen», klagt ein Mann. Er hält die Polizeikontrollen für total übertrieben – schliesslich handle es sich um einen öffentlichen Platz. «Heute darf man sich bald nirgendwo mehr aufhalten.»

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