Hotspots sind gefährliche Nährböden für Datenklau

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Hotspots sind gefährliche Nährböden für Datenklau

Immer mehr Schweizer Städte bieten öffentlichen Internet-Zugang an. Das bringt mobile Unabhängigkeit. Damit sie ungetrübt bleibt, ist sicheres Verhalten an den Hotspots gefragt.

Hotspots werden immer beliebter. An den öffentlichen WLANs werden hauptsächlich E-Mails geschrieben. Es gibt aber auch User, die online einkaufen oder sogar Bankgeschäfte erledigen. Leider sind Hotspots aber auch ein Ort für kriminelle Datendiebe. Wer keine Überraschungen erleben will, sollte einige Sicherheitstipps beherzigen.

«Eine aktive Firewall auf seinem Notebook ist unbedingt notwendig, wenn man einen öffentlichen Hotspot nutzt. Auch ein aktueller Virenschutz ist ohnehin zu empfehlen», rät Candid Wüest, Virenforscher bei Symantec. Wer häufig an öffentlichen WLANs ins Internet geht, für den ist ein Virtuell Private Network (VPN) sinnvoll, welches Daten über einen gesicherten «Datentunnel » überträgt. Verschiedene mobile Service Provider bieten die Software zum Download an.

WLAN ist nicht gleich WLAN. Deshalb sollte man sich beim Hotspotbetreiber erkundigen, mit welchem Verfahren Daten verschlüsselt werden. Gelegenheitssurfer sollten möglichst im- Das Benützen von Hotspots birgt vielfältigste Gefahren, die auf den ersten Click nicht erkennbar sind. corbis mer über SSL (=http) Seiten surfen, denn dabei werden die Daten auch im WLAN verschlüsselt. Ungesicherte Hotspots sollten gemieden werden. Gefragt ist auch sicheres Verhalten: Am Hotspot sollten keine Bankoder Börsengeschäfte erledigt werden. Solche Transaktionen sowie wichtige geschäftliche Mitteilungen gehören in die sichere Umgebung der Heimnetzwerke.

Hotspot-Nutzer sollten auch darauf achten, dass niemand zusieht, wenn Anmeldedaten eingege ben wer den. Ebenso sollten Notebook oder andere mobile Geräte nie unbeaufsichtigt gelassen werden.

In den Netzwerkeinstellungen des Betriebssystems sollte die Dateifreigabe deaktiviert sein. Ebenso gehört die drahtlose Netzwerkkarte ausgeschaltet, wenn sie nicht genutzt wird.

Wichtig ist auch, sich zu vergewissern, dass der Hotspot, bei dem die Anmeldung erfolgt, wirklich derjenige ist, der er sein soll und nicht ein Hacker, der sich nur für den offiziellen Hotspot ausgibt. Der automatische Verbindungsaufbau des Betriebssys - tems birgt hier Gefahren. Besser ist es, die Kontrolle zu behalten und einen Hotspot manuell auszuwählen.

Und: Der Hacker braucht für einen Angriff auf den Rechner etwas Zeit. Eine EMail schreiben dauert, sie zu versenden braucht nur einige Sekunden. Darum: Je kürzer die Online-Zeit am Hotspot, desto grösser die Sicherheit.

Othmar Bertolosi

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