«The Aviator»: Howard Hughes: Frauen, Fliegerei und Filme

Aktualisiert

«The Aviator»Howard Hughes: Frauen, Fliegerei und Filme

Mit «The Aviator» bringt Star-Regisseur Martin Scorsese einen Film über Howard Hughes (gespielt von Leonardo DiCaprio) ins Kino, dessen Leben ihn eigentlich gar nicht wirklich interessiert hatte.

Der amerikanische Filmproduzent, Flugzeugkonstrukteur und Airline-Besitzer Howard Hughes lebte von 1905 bis 1976. Scorseses Film spielt hauptsächlich in den 20er, 30er und 40er Jahren. In jener Zeit also, als Multimillionär Hughes seine ganz grossen Geschäfte abwickelte und auch den Glamour von Hollywood genoss: Er war mit den Filmdiven Katharine Hepburn (im Film: Cate Blanchett) und Ava Gardner (Kate Beckinsale) liiert und hatte Affären mit Jean Harlow (Gwen Stefani) und Bette Davis.

Eine weitere Leidenschaft von Hughes war die Luftfahrt: Er entwickelte Riesenflugzeuge, waltete als Testpilot und war Teilhaber der Airline TWA. Daneben litt Hughes aber unter Zwangsstörungen, die ihn dazu brachten, sich immer mehr von der Gesellschaft abzuschotten.

Der Film «The Aviator», der offensichtliche Parallelen zum Megaklassiker «Citizen Kane» aufweist, endet dann, als Hughes Leben ganz aus den Fugen zu geraten droht. Denn dies (ab ca. 1950) sei eine komplett andere Geschichte, sagt Regisseur Scorsese, und wohl kaum befriedigend verfilmbar. Der Filmer sagt auch, dass ihn das Leben von Hughes eigentlich nicht sehr interessiert hatte – bis er das Drehbuch las: Die Goldenen 20er, die Fliegerei, der Hollywood-Pomp von damals waren die Dinge, die Scorsese begeisterten. Und das merkt man dem Film auch deutlich an: «The Aviator» ist grosszügiges Kino mit wunderbaren, teilweise köstlichen und spektakulären Szenen.

Auch die schauspielerische Leistung von Leonardo DiCaprio alias Howard Hughes ist hervorragend – obschon er für diese Rolle etwas zu jugendlich wirkt.

Die Person Howard Hughes bleibt dem Publikum dennoch fremd: Was trieb den Mann an, woher kamen seine Neurosen, wie ging es mit ihm weiter? Darüber würde man in einem 170-minütigen Bio-pic gerne mehr erfahren.

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