Einer geht noch: HP legt Extrarunde ein
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Einer geht nochHP legt Extrarunde ein

Die Produktion für das Mitte August eingestellte TouchPad wird überraschend wieder aufgenommen. Nach dem Preissturz übertraf die Nachfrage alle Erwartungen.

von
mbu
Da war die HP-Welt noch in Ordnung: Am 9. Februar präsentierten HP-General Manager Jon Rubinstein (links) und Todd Bradley (rechts), Chef der HP Personal Systems Group, erstmals das TouchPad.

Da war die HP-Welt noch in Ordnung: Am 9. Februar präsentierten HP-General Manager Jon Rubinstein (links) und Todd Bradley (rechts), Chef der HP Personal Systems Group, erstmals das TouchPad.

Vor zwei Wochen teilte Hewlett-Packard (HP) mit, dass man sich aus dem unrentablen Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones zurückziehen werde. Der gewählte Zeitpunkt war umso erstaunlicher, da nur wenige Wochen zuvor mit dem TouchPad der erste eigene Tablet-PC in den Handel gekommen war. Ein paar Tage nachdem die Hiobsbotschaft verkündet wurde, folgte auch schon der nächste Knüller. Um die Lager möglichst schnell leerzuräumen hat HP den Preis für das TouchPad von 399 auf 99 US-Dollar gesenkt (20 Minuten Online berichtete). Daraufhin schoss die Nachfrage in die Höhe, die Geräte gingen weg wie warme Semmel.

«Die Nachfrage und die Geschwindigkeit mit der sich die Lager räumten, war atemberaubend. Ich kann sagen, dass wir positiv überrascht sind», schreibt HP-Manager Mark Budgell in einem Unternehmensblog. Um die «unerfüllte Nachfrage zu befriedigen», habe man sich entschieden, die TouchPad-Produktion erneut hochzufahren.

Schweizer werden nicht berücksichtigt

Wer jetzt auf ein HP-Tablet zum Schnäppchenpreis hofft, wird aber enttäuscht sein. Hierzulande wurde das TouchPad offiziell gar nicht eingeführt, da bei der Lancierung nur die grossen europäischen Märkte berücksichtigt worden sind. Auch von der angekündigten Extrarunde bleibt der Schweizer Markt ausgeschlossen, vom Kampfpreis der letzten Touchpads werden nur noch US-Kunden profitieren können - wenn auch lange nicht alle. Budgell will nicht zu grosse Erwartungen schüren und schreibt: «Wir wissen noch nicht genau, wann die Geräte verfügbar sein werden und wie viele wir bekommen. Wir können nicht versprechen, dass wir genüg Tablets für alle haben werden.»

Hoffnung ruht auf Amazon

Noch ist Apple mit dem iPad der unangefochtene Marktleader im Geschäft mit den Tablets. Billig ist das Apple-Teil allerdings nicht. Die offiziellen Preise für das iPad 2 bewegen sich zwischen 549 und 919 Franken. Die Hoffnung der Kundschaft ruht auf Amazon. Es gilt als so gut wie sicher, dass der weltgrösste Online-Händler noch in diesem Jahr einen eigenen Tablet lancieren wird, der deutlich günstiger als das iPad angeboten werden soll (20 Minuten Online berichtete). Analysten rechen damit, dass je nach Preispolitik bis Ende des Jahres drei bis fünf Millionen Einheiten verkauft werden könnten. Dass die Nachfrage nach günstigen Tablets enorm gross ist, hat HP bewiesen.

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