26.06.2017 19:37

Hautkrebs-Risiko

HP-Viren sind noch gefährlicher als gedacht

Humane Papillomaviren steigern nicht nur das Risiko für Gebärmutterhals- und Kehlkopf-Krebs, sondern begünstigen offenbar auch Hautkrebs.

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Wer seine Haut zu viel UV-Strahlung aussetzt, riskiert, Hautkrebs zu bekommen.

Wer seine Haut zu viel UV-Strahlung aussetzt, riskiert, Hautkrebs zu bekommen.

Keystone/Alessandro Della Bella
Dessen Entstehung kann laut deutschen Forschern auch durch Humane Papillomaviren (HPV) begünstigt werden: Die Viren unterbrechen den natürlichen Schutzmechanismus der Haut und ebnen so dem Hautkrebs den Weg, heisst es im Fachjournal «PLOS Pathogens».

Dessen Entstehung kann laut deutschen Forschern auch durch Humane Papillomaviren (HPV) begünstigt werden: Die Viren unterbrechen den natürlichen Schutzmechanismus der Haut und ebnen so dem Hautkrebs den Weg, heisst es im Fachjournal «PLOS Pathogens».

dr Linda Stannard / uct
Die Aufhebung des Mechanismus beobachteten die Forscher der Universität des Saarlandes bei Menschen, die an dem seltenen Gendefekt Epidermodysplasia verruciformis leiden und besonders anfällig sind, an sonnenbestrahlten Stellen Hautkrebs zu entwickeln.

Die Aufhebung des Mechanismus beobachteten die Forscher der Universität des Saarlandes bei Menschen, die an dem seltenen Gendefekt Epidermodysplasia verruciformis leiden und besonders anfällig sind, an sonnenbestrahlten Stellen Hautkrebs zu entwickeln.

epa/Abir Abdullah

Dass mit Humanen Papillomaviren (HPV) nicht zu spassen ist, ist spätestens seit 2013 bekannt. Damals erklärte US-Schauspieler Michael Douglas, dass er seine Kehlkopf-Krebs-Erkrankung dem Oralverkehr zu verdanken habe (siehe Box).

Bei Frauen kann das Virus zudem auch zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen.

Ausgehebelter Hautschutz

Ein weiteres Beispiel für die krebsfördernde Wirkung von HPV haben nun Forscher um Sigrun Smola von der Universität des Saarlandes entdeckt. Demnach unterbrechen die Viren den natürlichen Schutzmechanismus der Haut und ebnen so Hautkrebs den Weg, wie die Wissenschaftler im Fachjournal «PLOS Pathogens» berichten.

Die Aufhebung des Mechanismus beobachteten Smola und ihre Kollegen bei Menschen, die an dem seltenen Gendefekt Epidermodysplasia verruciformis (siehe Bildstrecke) leiden und besonders anfällig sind, an sonnenbestrahlten Stellen Hautkrebs zu entwickeln.

Neue Medikamente?

Normalerweise dämmen bestimmte Moleküle die schädliche Wirkung der UV-Strahlung auf die Hautzellen ein und verhindern eine unkontrollierte Vermehrung der entarteten Zellen. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn Papillomaviren in der Haut vorhanden sind.

«Dieser Zusammenhang war bisher nicht bekannt», zitiert die Hochschule Smola in einer Mitteilung. Die Forscher hoffen, dass die neuen Erkenntnisse zu neuen Medikamenten führen, die diesen Mechanismus wiederherstellen können.

Humane Papillomviren

Es gibt 100 verschiedene Typen von Humanen Papillomviren (HPV), die zu den DNA-Viren gehören. Sie infizieren die Haut und verschiedene Schleimhäute und können unkontrollierbares tumorartiges Wachstum hervorrufen. Diese Tumore sind meist gutartig und führen zur Bildung von Warzen (auch Genitalwarzen).

Einige HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. HPV kann durch Oralverkehr auch auf die Mundschleimhaut übertragen werden und dort Mundtumore auslösen, wie das bei Michael Douglas der Fall war.

HPV sind sehr weit verbreitet. 90 Prozent der Menschen im Alter von 25 Jahren sind einer Form des Virus ausgesetzt. Die allermeisten Fälle sind jedoch harmlos und hinterlassen auch keine sichtbaren Spuren.

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