Aktualisiert

Dramatische NeuausrichtungHP will aus dem PC-Geschäft aussteigen

Hewlett-Packard stellt überraschend das unrentable Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones ein. Der Konzern erwägt, bald gar keine PCs mehr zu verkaufen.

Letztes Jahr erst hatte HP für 1,8 Milliarden US-Dollar Palm und dessen webOS-Software gekauft. Nun will man das in Sunnyvale, Kalifornien, beheimatete Unternehmen bereits wieder loswerden.

Letztes Jahr erst hatte HP für 1,8 Milliarden US-Dollar Palm und dessen webOS-Software gekauft. Nun will man das in Sunnyvale, Kalifornien, beheimatete Unternehmen bereits wieder loswerden.

Der weltweit grösste PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) richtet sich völlig neu aus. Wie das kalifornische Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wird das Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones eingestellt. Den britischen Unternehmens-Softwarehersteller Autonomy kauft HP für rund zehn Milliarden Dollar. Ausserdem werde erwogen, das PC-Geschäft zu verkaufen oder abzuspalten, teilte HP mit.

Gerüchte über eine Auslagerung des PC-Geschäfts hatte es bereits seit Monaten gegeben. Es ist zwar für den meisten Umsatz von Hewlett-Packard verantwortlich, wirft aber am wenigsten Gewinn ab. Noch im März hatte HP Berichte über eine mögliche Trennung vom PC-Geschäft als verantwortungslos zurückgewiesen. Ob es auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommt, war zunächst nicht bekannt. HP beschäftigt weltweit mehr als 300 000 Menschen.

Palm und webOS

Der im kalifornischen Palo Alto ansässige Computerhersteller hatte erst im vergangenen Jahr für 1,8 Milliarden Dollar den Smartphone-Pionier Palm mit dessen Betriebssystem webOS gekauft - nun wird die Produktion von Smartphones und Tablet-PCs mit Palm-Software eingestellt. Sie konnten zuletzt mit erfolgreicheren Rivalen wie Apples iPhone und iPad sowie Geräten mit dem von Google entwickelten Betriebssystem Android nicht mithalten.

In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen bereits vom reinen PC-Geschäft unabhängiger gemacht und versucht, sich zunehmend auf Dienstleistungen für Unternehmen zu konzentrieren.

Quartalsgewinn gesteigert

Beim Kauf von Autonomy zahlt HP 42,11 Dollar pro Aktie, 64 Prozent mehr als der zuletzt gehandelte Börsenwert. Autonomy stellt unter anderem spezielle Suchmaschinen für Firmen her. Es ist damit eines der teuersten Geschäfte in der 72-jährigen Geschichte des Computerherstellers.

Im dritten Quartal steigerte HP seinen Nettogewinn um neun Prozent auf 1,93 Milliarden Dollar, entsprechend 93 US-Cent pro Aktie gegenüber 75 US-Cent im Vorjahreszeitraum. Zugleich korrigierte das Unternehmen seine Erwartungen für den Umsatz im laufenden Jahr nach unten. Wie HP mitteilte, stieg der Umsatz im vergangenen Quartal um weniger als zwei Prozent auf 31,2 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 127,2 bis 127,6 Milliarden Dollar, etwas weniger als von Analysten erwartet. (sda/dapd)

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