Bankgeheimnis: HSG-Dozent verunglimpft Schweiz

Aktualisiert

BankgeheimnisHSG-Dozent verunglimpft Schweiz

Wirbel um einen HSG-Dozent: Er soll die Schweiz bei den Deutschen angeschwärzt haben. Rechte Politiker und der Bankierverein laufen Sturm gegen den Staatsangestellten.

von
Deborah Rast

«Die Schweizer haben keinerlei Unrechtsbewusstsein», sagte Ulrich Thielemann am Donnerstag laut «Tages-Anzeiger» vor dem Finanzausschuss des Bundestags während der heis­sen Diskussion zum Schweizer Bankgeheimnis. Und: Es zirkulierten die abenteuerlichsten Argumente zur Rechtfertigung des Bankgeheimnisses.

Thielemann ist nicht etwa Politiker in Deutschland, er ist Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen (HSG). Thomas Sutter, Sprecher der Schweizer Bankiervereinigung, der selbst bei der Diskussion dabei war, findet Thielemanns Aussage «befremdend»: «Es zeugt von schlechtem Stil, dass jemand, der in der Schweiz lebt, vom Staat seinen Lohn bezieht und von den tiefen Steuern profitiert, die Schweizer im Ausland pauschal so verunglimpft.» Noch weiter als Sutter geht SVP-Nationalrat Lukas Reimann: «Man sollte ihm das Lehramt entziehen.»

Am Donnerstag wollte Thielemann das Ganze nicht mehr so gesagt haben. Und doch entschuldigt er sich: «Es war nicht meine Absicht, dass sich Teile der Bevölkerung durch meine Aussage verunglimpft fühlen», so Thielemann.

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