Aktualisiert 02.10.2017 15:52

St. Gallen

«HSGler müssen lernen, Zebrastreifen zu nutzen»

Auf Facebook nerven sich Autofahrer über HSG-Studenten, die auf dem Rosenberg über die Strasse rennen «wie die Hühner». Die Fussgängerstreifen würden nur selten genutzt.

von
20M

Auf dem Rosenberg sorgt dieser Fussgängerstreifen für Aufregung. (Video: 20M)

«Warte, luege, lose, laufe», dieses Sprüchli lernen Kindergärtler und Erstklässler, wenn sie zum ersten Mal auf den Schulweg gehen. Polizisten besuchen dafür die Kindergärten und Schulen und üben mit den Kindern das richtige Verhalten im Strassenverkehr.

Warte, Luege, Lose, Laufe

Video der Kapo St. Gallen zum Schulbeginn

(Video: Facebook Kapo SG)

Offenbar geht dieses Wissen mit der Zeit aber verloren und eine Auffrischung etwa für Studenten gar nicht so verkehrt, wie ein Blick in die Facebook-Gruppe Rennleitung SG Forum zeigt. Hier nervt sich nämlich ein User über Studenten der Uni St. Gallen: «Diese Strolche haben zwei Fussgängerstreifen, schaffen es aber nicht diese zu benutzen. Springen hinter dem Bus hervor, als gäbe es kein Morgen.» Es sei bloss eine Frage der Zeit, bis einer überfahren werde. Gegenüber 20 Minuten sagt er, er fahre täglich fünf- bis zehnmal an den Fussgängerstreifen vorbei, weil er dort arbeite. «Sie laufen über die Strasse wie die wilden Hühner», so der 22-Jährige.

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Dieser Zebrastreifen bei der Uni St. Gallen sorgt bei den Autofahrern für Aufregung.

Dieser Zebrastreifen bei der Uni St. Gallen sorgt bei den Autofahrern für Aufregung.

viv
Übeltäter: Die HSG-Studenten. Laut einem Facebook-User bräuchten diese eine Auffrischung zur korrekten Nutzung des Fussgängerstreifens.

Übeltäter: Die HSG-Studenten. Laut einem Facebook-User bräuchten diese eine Auffrischung zur korrekten Nutzung des Fussgängerstreifens.

viv
«Wie die wilden Hühner» laufen diese nämlich über die Strasse hinter dem Bus hervor und bilden somit ein schlechtes Vorbild etwa für die Kinder der Kinderkrippe Triangel, die dort regelmässig drüber laufen.

«Wie die wilden Hühner» laufen diese nämlich über die Strasse hinter dem Bus hervor und bilden somit ein schlechtes Vorbild etwa für die Kinder der Kinderkrippe Triangel, die dort regelmässig drüber laufen.

viv

Schlechtes Vorbild

Mit seiner Beobachtung ist er nicht alleine. Auf Facebook äussert sich eine andere Userin, dass sie dort schon eine Vollbremsung machen musste. Auch Jannine Huwiler, die in der nahen Kinderkrippe Triangel arbeitet, kennt das Problem: «Ich selbst fahre regelmässig mit dem Bus zur Arbeit und kann jeweils zusehen, wie Leute dort einfach über die Strasse springen.» Das sei dort schon fast normal. Es seien aber nicht nur die Studenten.

Besonders schade findet Huwiler das Fehlverhalten, weil Erwachsene eigentlich ein Vorbild sein sollten. «Wir machen jeden Tag eine Runde mit den Kindern, fast täglich bei diesem Streifen», so die 22-Jährige. Es sei sehr unglücklich, dass die Kinder das Fehlverhalten mitansehen müssten und womöglich glaubten, es sei ok so.

20 Minuten hat vor Ort auch mit Studenten gesprochen. Man wisse, dass es gefährlich ist und es sei auch nicht vorbildlich, man mache es aber irgendwie unbewusst, so der Tenor.

Zehn Franken Busse

Bei den Verkehrsbetrieben St. Gallen (VBSG) ist die Thematik ebenfalls nicht neu. «Im Uni-Bereich gibt es Fahrgäste, die aussteigen und deren Aufmerksamkeit nicht prioritär auf den Strassenübergang gerichtet ist», so Adrian Schwägler, stv. Unternehmensleiter. Allerdings würden in dem Bereich viele Autos mit reduziertem Tempo fahren, weil es Schulareal ist.

Laut Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, droht bei Nichtbenutzen des Fussgängerstreifens eine Ordnungsbusse von zehn Franken. Wer bei Rot über die Strasse läuft, müsste 20 Fr. bezahlen. Ob das die Studenten beeindruckt, ist fraglich.

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