Prekäre Lage: HSV droht neben Abstieg auch Lizenzentzug
Aktualisiert

Prekäre LageHSV droht neben Abstieg auch Lizenzentzug

Als einziger Verein ist der Hamburger SV von Anfang an in der Bundesliga dabei und noch nie abgestiegen. Diese Saison droht von zwei Seiten die traurige Premiere.

von
Oliver Fischer

Der Hamburger Sportverein, kurz HSV, ist einer der Traditionsvereine im deutschen Fussball. Als einziger Klub hat der HSV jede Bundesliga-Saison seit Bestehen (1963/64) in der höchsten deutschen Spielklasse bestritten. Die Hamburger spielten zudem auch davor seit 1919 immer in den jeweils höchstmöglichen Ligen – die bis zur Gründung der Bundesliga in kleinerem, regionalen Rahmen stattfanden. Hinter Bayern München und Werder Bremen liegt der HSV auf Rang drei der ewigen Bundesliga-Rangliste.

Diese fast einhundertjährige Serie droht in etwas mehr als einem Monat abzureissen. Die Bundesliga-Mannschaft kämpft, nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren gegen den sportlichen Abstieg. Rang 16 nach 30 von 34 Spieltagen, zwar nur einen Punkt Rückstand auf den VfB Stuttgart auf dem Nichtabstiegsplatz 15, aber aus den letzten fünf Partien resultierte nur ein Sieg. Und das Restprogramm ist happig: Wolfsburg, Augsburg, Bayern München und Mainz heissen die letzten vier Gegner, alle spielen in der vorderen Tabellenhälfte um die Europacupplätze.

Lizenz für nächste Saison noch nicht erteilt

Neben dem sportlichen Ungemach droht dem HSV nun auch von wirtschaftlicher Seite raue See. Die mit 100 Millionen Euro verschuldeten Hamburger haben nämlich von der Deutschen Fussball Liga (DFL) noch keine Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten. Die Entscheidung über den HSV ist bei der DFL noch nicht endgültig gefallen, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball im Fussball-Talk «Doppelpass» auf Sport1. Entscheidend für eine Lizenzerteilung sei die Liquidität, die sichergestellt sein müsse. Beim HSV wird am 25. Mai darüber entschieden, die Profiabteilung aus dem Verein auszugliedern, was die wirtschaftliche Zukunft vereinfachen würde.

Die Verantwortlichen des HSV planen offenbar auch für den Fall, dass der Klassenerhalt verpasst würde. Sie haben sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Liga die Unterlagen bei der DFL eingereicht. Nicht nur in Hamburg rechnet man inzwischen mit dem Schlimmsten. Am vergangenen Spiel gegen Hannover 96 wurde der Trainer von Paderborn, des möglichen Gegners des HSV in den Relegationsspielen, im Stadion gesichtet.

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