Aktualisiert 24.01.2020 17:17

Patient berichtetHuang (23) hat das Coronavirus überlebt

Ein 23-Jähriger aus Wuhan suchte ein Spital auf, weil er unter starken Kopfschmerzen und Schwindel litt. Der Chinese ist einer der ersten Überlebenden des Coronavirus.

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Ein 23-Jähriger aus Wuhan verspürte am 24. Dezember 2019 erstmals Symptome der Coronavirus-Erkrankung.

Ein 23-Jähriger aus Wuhan verspürte am 24. Dezember 2019 erstmals Symptome der Coronavirus-Erkrankung.

Screenshot Pear
Im Interview mit dem Portal «Pear» erzählt der Mann namens Huang am 21. Januar 2020, dass er zunächst meinte, es handle sich um eine gewöhnliche Erkältung.

Im Interview mit dem Portal «Pear» erzählt der Mann namens Huang am 21. Januar 2020, dass er zunächst meinte, es handle sich um eine gewöhnliche Erkältung.

Screenshot Pear
Er meldete sich beim Notfall eines örtlichen Spitals.

Er meldete sich beim Notfall eines örtlichen Spitals.

Screenshot Pear

Es fing mit starken Kopfschmerzen, Schwindel und einem Gefühl von Schwäche in Beinen und Armen an. So beschreibt ein 23-jähriger Mann aus Wuhan im Interview mit dem Portal «Pear», wie er sich am 24. Dezember fühlte, als die ersten Symptome des Coronavirus auftraten. Natürlich wusste der Mann, von dem man nur weiss, dass er Huang mit Nachnamen heisst, in dem Moment noch nicht, dass er sich mit dem neuartigen Virus angesteckt hatte.

Huang arbeitet am Bahnhof von Hankou. Der Verkehrsknotenpunkt liegt etwa einen Kilometer westlich des Fischmarkts, der als Brutstätte des lebensbedrohlichen Virus gilt. Einen Tag nach den ersten Symptomen fühlte sich Huang sehr müde und konnte schwer atmen. Er dachte zunächst, es handle sich um eine gewöhnliche Erkältung. Er meldete sich krank von der Arbeit ab und suchte den Notfall eines örtlichen Spitals auf.

Symptome wie bei einer Lungenentzündung

Die Ärzte verordneten ihm Penicillin und weitere Medikamente, aber auch nach drei Tagen Behandlung ging es Huang nicht besser. Aus Angst, er könne nach so vielen Tagen Abwesenheit seinen Job verlieren, beschloss er, wieder arbeiten zu gehen. Im Bus bekam er aber Fieberschübe und fuhr direkt wieder ins Spital.

Bei der neuen Untersuchung stellten die Ärzte abnormale Leberwerte fest. Dennoch schickten sie Huang nach Hause. Am 1. Januar holte der 23-Jährige eine zweite Meinung in einem anderen Spital ein. Dort meinten die Ärzte, es könnte sich um eine Lungenentzündung handeln.

Sofort unter Quarantäne gestellt

Als einer der Mediziner den Bericht des Patienten verfasste, fiel ihm auf, dass Huang in der Nähe des Fischmarktes arbeitete. Das Personal verlegte den Mann sofort in das Jinyintan-Spital, in dem gerade drei Coronavirus-Erkrankte unter Quarantäne standen.

Zu diesem Zeitpunkt ging es Huang sehr schlecht: Er konnte sich kaum bewegen, bekam puren Sauerstoff in die Lungen gepumpt. Die Ärzte und das Pflegepersonal, die ihn behandelten, trugen Ganzkörper-Anzüge. «Es war kein einziger Zentimeter Haut freigelegt», erinnert sich Huang.

Am 2. Januar liess das Fieber endlich nach. Inzwischen hat sich Huang ganz erholt. «Ich war der erste, der sich von einem kritischen Zustand erholte und das Spital verlassen konnte», behauptete er.

China macht dicht

Bis Donnerstag wurde das Virus in China bei mindestens 620 Menschen nachgewiesen. Dazu zählten rund 100 schwere Fälle, alle in der Provinz Hubei mit der besonders betroffenen Metropole Wuhan. Nachweisliche Todesursache war das Virus bisher bei 18 Menschen - zumeist ältere mit Vorerkrankungen.

Mit der Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung der Viruskrankheit. Bei der grössten jährlichen Reisewelle des Landes sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs. In Peking wurden aus Angst vor dem Virus alle grösseren Veranstaltungen und Tempelfeste anlässlich der Neujahrsfeierlichkeiten gestrichen. Zudem wird der Kaiserpalast in Peking ab Samstag für Besucher geschlossen.

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