Aktualisiert 13.06.2019 08:36

Patentgebühren

Huawei fordert von US-Firma 1 Milliarde Dollar

Das chinesische Unternehmen hat der amerikanischen Firma Verizon eine hohe Rechnung geschickt. Es geht um die Nutzung von Patenten.

von
swe

Einem Insider zufolge verlangt der chinesische Netzwerk-Ausrüster Huawei mehr als eine Milliarde Dollar vom US-Telecom-Anbieter Verizon. Der Betrag soll für die Nutzung von über 200 Huawei-Patenten gezahlt werden. Ein Huawei-Mitarbeiter habe bereits im Februar einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung an Verizon übermittelt, schreibt das «Wall Street Journal».

Die angesprochenen Patente würden solche in den Bereichen Netzwerkausrüstung, drahtgebundene Infrastruktur wie auch Internet-der-Dinge-Technologie umfassen, so der Insider. Vertreter von Huawei und Verizon hätten sich letzte Woche in New York getroffen, um über einige der Patente zu diskutieren.

Grösserer Zusammenhang

Ein Verizon-Sprecher wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht dazu äussern. Er sagte aber, es gehe bei dem Thema nicht nur um Verizon. «Angesichts des geopolitischen Zusammenhangs hat jede Sache, die Huawei betrifft, Auswirkungen auf die gesamte Branche und gibt Anlass zu nationaler und internationaler Besorgnis.»

US-Präsident Trump hatte im Mai Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wird. Dazu rief er einen nationalen Notstand in der Telekommunikation aus. Huawei gilt als Hauptziel dieser Massnahme. Das Unternehmen wurde deswegen auf eine schwarze Liste gesetzt.

Eigenes Betriebssystem

Welche längerfristigen Auswirkungen die Sanktionen auf Huawei haben werden, ist unklar. Der Hersteller hat bereits vor rund sieben Jahren entschieden, ein eigenes mobiles Betriebssystem zu entwickeln. Seit die US-Regierung massiven Druck auf das Unternehmen ausübt, hat dieses Projekt an Wichtigkeit gewonnen, da Huawei bei seinen künftigen Handys keine Services von Google wie etwa den Play Store mehr verwenden darf – und auch von Google-Updates ausgeschlossen wird.

Eine der grössten Herausforderungen bei der Entwicklung eines eigenen Systems sei die Kompatibilität mit Android, schreibt die «South China Morning Post» Dies würde bedeuten, dass alle bestehenden Android-Apps auch auf dem neuen Huawei-Betriebssystem laufen. Dieses könnte Hongmeng oder Ark OS heissen und soll im Frühling des nächsten Jahres ausgerollt werden.

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