Olympische Spiele: Hübsch und ambitioniert – Golf-Küken Valenzuela
Aktualisiert

Olympische SpieleHübsch und ambitioniert – Golf-Küken Valenzuela

Albane Valenzuela (18) ist die jüngste Schweizer Olympia-Teilnehmerin. Das hindert die Golferin nicht daran, Grosses im Schild zu führen.

von
Marcel Allemann
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Jung, hübsch, ambitioniert - das grosse Schweizer Golftalent Albane Valenzuela.

Jung, hübsch, ambitioniert - das grosse Schweizer Golftalent Albane Valenzuela.

AP/Eric Risberg
Die 18-jährige Genferin schaffte mit einem steilen Aufstieg in den letzten Monaten überraschend die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio.

Die 18-jährige Genferin schaffte mit einem steilen Aufstieg in den letzten Monaten überraschend die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio.

Keystone/Lukas Lehmann
Zusammen mit Fabienne In-Albon (r.) vertritt Valenzuela an den Olympischen Spielen in Rio die Schweizer Farben im Golf.

Zusammen mit Fabienne In-Albon (r.) vertritt Valenzuela an den Olympischen Spielen in Rio die Schweizer Farben im Golf.

Keystone/Lukas Lehmann

Ihre Olympia-Qulifikation hatte noch vor wenigen Monaten niemand auf der Rechnung. Nicht einmal Albane Valenzuela selbst. In Interviews sprach die 18-Jährige immer wieder vom grossen Ziel Tokio 2020. Doch mit einem Endspurt, der einem Sturmlauf glich, arbeitete sich die attraktive Genferin mit dem strahlenden Lachen noch ins 60-köpfige Teilnehmerfeld für Rio vor. Unter anderem ergatterte sich die Amateurin gegen 1800 Mitstreiterinnen einen Platz an den US Open und schaffte dort sogar noch den Cut.

Eine perfekte Woche – mit einer sensationellen Medaille?

«Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht», sagt die Jüngste in der 108-köpfigen Schweizer Rio-Delegation vor ihrer Abreise am 1. August. Sie nimmt jedoch nicht teil, um bei der Rückkehr des Golfsports auf die olympische Bühne nach 112 Jahren einfach mal ein wenig reinzuschnuppern und Erfahrungen zu sammeln. «Ich reise mit Ambitionen an, möchte das Bestmögliche herausholen und überraschen», so die Tochter einer Französin und eines Mexikaners. Valenzuela wird gar noch etwas konkreter und forscher: «Im Golf ist alles möglich. Wer weiss – bei einer perfekten Woche vielleicht sogar eine Medaille.» Ganz schön frech, unser Olympia-Küken. Das grosse Talent ist sich allerdings bewusst, dass der Grad auch sehr schmal sein kann: «In unserer Sportart wechseln sich Hochs und Tiefs ab.»

Kein Verständnis für die Zika-Absagewelle der Stars

Die besten Männer der Weltrangliste (Jason Day, Dustin Johnson, Jordan Spieth, Rory McIlroy) verzichten auf Olympia. Angeblich wegen Angst vor dem Zika-Virus, doch man hört auch immer wieder, dass diese Stars an Olympia mangels Preisgeld ohnehin nicht interessiert seien. Valenzuela findet es «sehr schade», dass es im Golf eine solche Absagewelle gibt – «ausgerechnet bei der Premiere nach so langer Absenz von den Olympischen Spielen».

Für sie war es nie ein Thema, wegen Zika zu passen: «Es wird von allen Seiten alles getan, um uns zu schützen.» Aus welchen Gründen sie auch immer nicht kommen, für ihre durch Abwesenheit glänzenden männlichen Kollegen hat die junge Schweizerin kein Verständnis: «Es ist doch nicht zu viel verlangt, sich alle vier Jahre während zweier Wochen in den Dienst deines Heimatlandes und deines Sports zu stellen. Olympische Spiele sind doch etwas vom Grössten.» Kernige Worte einer jungen Sportlerin, deren Namen sich der Schweizer Sportfan nicht nur deswegen merken muss.

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