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Rassismus an St.Gallen-MatchHüppi wendet sich in einem offenen Brief an rassistischen Zuschauer

Ein Fan des FC St. Gallen hatte im Juni einen Spieler des FC Zürich rassistisch beleidigt. Mangels Beweisen kommt er nun ohne Busse davon. FCSG-Präsident Hüppi will dies nicht hinnehmen und fordert den Mann auf, zu gestehen.

von
Raphael Casablanca
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Hüppi fordert den Fan auf, für sein Verhalten geradezustehen.

Hüppi fordert den Fan auf, für sein Verhalten geradezustehen.

FC St. Gallen
Mit diesen Worten richtet sich Hüppi an den Zuschauer.

Mit diesen Worten richtet sich Hüppi an den Zuschauer.

FC St.Gallen / Screenshot
Tosin reagierte mit der Black-Lives-Matter-Pose und ging auf die Knie.

Tosin reagierte mit der Black-Lives-Matter-Pose und ging auf die Knie.

Youtube/Screenshot @misterrobo77

Im Juni sorgte ein Fan des FC St. Gallen schweizweit für Schlagzeilen. Bei einem Heimspiel gegen den FC Zürich beleidigte der Mann den dunkelhäutigen FCZ-Torschützen Tosin mit einem rassistischen Spruch. Da es sich um ein Spiel mit nur wenigen Zuschauern handelte, war die Beleidigung gut zu hören. Tosin reagierte mit der Black-Lives-Matter-Pose und ging auf die Knie. Nach dem Spiel versprach der St. Gallen-Präsident Matthias Hüppi, dass man alles daran setzen werde, dass die Person nie wieder ins Stadion kommen könne.

Dies stellte sich jedoch schwieriger heraus, als gedacht. Bis heute konnte der rassistische Zuschauer nicht ausfindig gemacht werden. Weil der Mann nicht gefunden werden konnte, wurde der FC St. Gallen nun von Swiss Football League mit einer Busse von 5’000 Franken bestraft. Hüppi fordert den fehlbaren Fan nun auf, für sein Handeln gradezustehen. Mit einem offenen Brief wendet er sich direkt an den Zuschauer: «Rassismus und Diskriminierung haben bei uns nicht den kleinsten Platz. Meine persönliche Hoffnung, Ihnen das direkt klarzumachen, hat sich leider noch nicht erfüllt», schreibt Hüppi.

Kein Mut, keine Haltung

Der FC St. Gallen hatte Strafanzeige gegen den Unbekannten eingereicht, der Mann konnte aber nicht gefunden werden. «Ich bedauere sehr, dass die Behörden die Untersuchung gegen Sie mangels ausreichender Beweise eingestellt haben. Gleichzeitig garantiere ich Ihnen, dass wir selber weiterhin alles unternehmen werden, um Sie zur Rechenschaft zu ziehen», so Hüppi. Weiter kritisiert Hüppi die fehlende Haltung des Fans: «Sie haben nicht einmal den Mut und die Haltung, wenigstens Aiyegun Tosin um Entschuldigung zu bitten.» Der FCSG-Präsident hofft, dass sich der Zuschauer doch noch stellt. «Vielleicht realisieren Sie doch noch, dass Sie für Ihr Verhalten geradestehen sollten.»

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