Zuger Sex-Skandal: Hürlimann hat Spiess auf 700'000 Fr betrieben
Aktualisiert

Zuger Sex-SkandalHürlimann hat Spiess auf 700'000 Fr betrieben

Jolanda Spiess-Hegglin hat eine happige Betreibung von Markus Hürlimann am Hals. Um sie zu unterstützen, wurde eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen.

von
Daniela Gigor
Jolanda Spiess-Hegglin.

Jolanda Spiess-Hegglin.

Ein Crowdfunding für Jolanda Spiess, das am Montag im Internet aufgeschalten worden ist, bringt es an den Tag: Neben 35'000 Franken Anwaltskosten sowie je einem rechtsmedizinischen und einem psychoanalytischen Gutachten für 10'000 Franken sitzt Spiess-Hegglin auf drei Betreibungen, die sich in die schwindelerregende Höhe von 700'000 Franken summieren.

Die Betreibungen eingeleitet hat der Anwalt von Markus Hürlimann. «Dies wurde gemacht, damit das Verfahren gegen Frau Spiess vom Juni 2015 wegen Persönlichkeitsverletzung gegen mich nicht verjährt», sagt Hürlimann auf Anfrage von 20 Minuten. In dem Verfahren geht es um «Forderungen (Schadenersatz und Genugtuung) resultierend aus öffentlichen Aussagen ab dem 28. Dezember 2014. Verjährungsunterbrechung», wie den Betreibungen zu entnehmen ist.

Betreibung günstiger als Klage

Thomas Häusermann, Rechtsanwalt in Zürich und nicht in den Fall Spiess-Hegglin und Hürlimann involviert, erklärt, warum ein Rechtsanwalt in solchen Fällen Betreibungen eröffnen kann: «Forderungen auf Schadenersatz und Genugtuung verjähren grundsätzlich nach einem Jahr.» Um eine Verjährung zu unterbrechen, könne unter anderem eine Klage oder eine Betreibung eingereicht werden. Weil eine Klage zu teuer und zu aufwändig wäre, sei es einfacher und günstiger, Personen zu betreiben. «Reicht der Schuldner Rechtsvorschlag ein, so wird die Betreibung gestoppt», sagt Häusermann weiter. Wenn der Gläubiger eine Fortsetzung der Betreibung wolle, müsse er aber eine Klage einreichen und den Rechtsvorschlag beseitigen, indem das Gericht dem Gläubiger Recht gibt. Häusermann: «Ansonsten geht die Betreibung nicht weiter, aber sie wird auch nicht gelöscht.»

Im Klartext: Auf Spiess-Hegglins Betreibungsauszug steht, dass sie 700'000 Franken Schulden hat, obwohl sie Rechtsvorschlag gegen die Betreibungen erhoben hat. Spiess: «Damit hätte ich beispielsweise bei einer Wohnungs- oder Stellensuche klare Nachteile. Auch eine Kreditkarte kann ich nicht beantragen und ich bin darum finanziell von meinem Mann abhängig.»

Zürcherin unterstützt Spiess-Hegglin

Die erwähnte Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen hat die Zürcherin Julia Hofstetter. Auf die Frage, warum sie für Spiess-Hegglin Geld sammelt, sagt sie: «Als ich mich näher mit ihrer Geschichte beschäftigte, bin ich auf viele Ungereimtheiten gestossen und als ich mich in ihre Haut versetzte, wollte ich etwas unternehmen, um sie zu stärken.» Obwohl Spiess-Hegglin in der Realität die 700'000 Franken kaum an Hürlimann je wird bezahlen müssen, findet Hofstetter die Argumentation mit dieser Zahl seriös: «Hürlimanns Anwalt hat mit diesen Betreibungen eine Macht-Demonstration ausgeübt.» Damit habe er Spiess-Hegglin geschockt und in Schrecken versetzt.

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