Geschlechtsunterschied: Hüten Sie sich vor verärgerten Chefinnen
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GeschlechtsunterschiedHüten Sie sich vor verärgerten Chefinnen

Einen wütenden Vorgesetzten will keiner haben – vor allem nicht, wenn der weiblich ist. Denn der Ärger von Chefinnen lässt sich nicht so gut erkennen.

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Nicht immer erkennt man eine verärgerte Chefin so einfach wie Meryl Streep, die in «Der Teufel trägt Prada» die eiserne Chefredakteurin eines Modemagazins spielt. (Foto: 20th Century Fox)

Nicht immer erkennt man eine verärgerte Chefin so einfach wie Meryl Streep, die in «Der Teufel trägt Prada» die eiserne Chefredakteurin eines Modemagazins spielt. (Foto: 20th Century Fox)

An den Gesichtern männlicher Vorgesetzter lässt sich Ärger leichter ablesen als an jenen von Chefinnen. Das berichten Forscher um Marc Méhu von der österreichischen Webster Vienna Private University im «International Public Management Journal». Das Team hatte untersucht, welchen Einfluss Geschlecht und berufliche Stellung auf die Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken haben.

Dafür legten sie rund 100 Probanden Aufnahmen von Männern und Frauen vor, deren Gesichter wahlweise Überraschung, Freude, Traurigkeit, Furcht, Ärger oder Ekel zeigten. Zusätzlich waren diese mit Job-Beschreibungen, Verantwortungen und Ausbildungen angeschrieben.

Beim Ärger spielt das Geschlecht eine Rolle

Dabei kam heraus, dass Gesichtsausdrücke von Vorgesetzten generell besser und eindeutiger identifiziert wurden als jene von Untergebenen, wie die Hochschule mitteilt.

Weiter wurde Freude am besten erkannt. Und zwar unabhängig von der beruflichen Stellung und dem Geschlecht. Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigten sich hingegen bei Gesichtern, die Ärger ausdrückten. Dieser konnte bei männlichen Chefs deutlich eindeutiger identifiziert werden als bei weiblichen Vorgesetzten.

Haltung prägt Erwartungshaltung

Als Grund für diese geschlechterspezifizischen Unterschiede führt Méhu die unterschiedliche Herangehensweise an soziale Interaktion an. Demnach seien Hierarchien und Wettbewerb für Männer wichtige Aspekte ihrer sozialen Interaktion. Der Ausdruck von Ärger sei dabei ein bedeutendes Mittel. «Frauen sind dagegen mehr auf die Stabilität des sozialen Umfelds fokussiert – dabei Ärger auszudrücken, hilft wenig.»

Diese Haltung spiegelt sich laut den Forschern auch in der Erwartungshaltung wieder: Man erwarte den Ausdruck von Ärger daher mehr von einem männlichen als von einer weiblichen Vorgesetzten – dementsprechend interpretiere man auch deren Gesichtsausdrücke.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Vorgesetzten gemacht? Mehr gute oder mehr schlechte? Erzählen Sie uns davon in den Kommentaren!

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