Aktualisiert 19.08.2009 12:39

SchillerpreisträgerHugo Loetscher gestorben

Der bekannte Schweizer Schriftsteller und Publizist Hugo Loetscher ist im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Die Schweiz verliert einen grossen Literaten und Journalisten.

Er starb am Dienstag nach einer schweren Operation in Zürich, wie der Diogenes-Verlag mitteilte. Am kommenden Freitag erscheint sein neues Buch «War meine Zeit meine Zeit»: die intellektuelle Bilanz Hugo Loetschers, in der er die Themen seines Lebens und seines Werks zu einer weltumspannenden Autogeographie entfaltet. Die Summa eines grossen literarischen Werks und eines unerschöpflich neugierigen Geistes, wie es weiter heisst.

Zu den bekanntesten Werken Loetschers gehören unter anderen «Der Immune», «Der Waschküchenschlüssel», «Lesen statt klettern» oder «Der Buckel». 1992 wurde er mit dem Grossen Schiller-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet.

Am Freitag erscheint sein neues Buch «War meine Zeit meine Zeit». Dieses Werk kommt der intellektuellen Bilanz Hugo Loetschers gleich, wie der Verlag schreibt. Loetscher entfalte darin die Themen seines Lebens und seines Werks zu einer «weltumspannenden Autogeographie».

Kosmopolit und Zürcher

Loetscher wurde 1929 in Zürich geboren und wuchs dort auf. Nach der Matura studierte er Politische Wissenschaften, Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Literatur in Zürich und Paris.

Bevor Loetscher zum Schriftsteller wurde, machte sich der Zürcher als Publizist einen Namen. Nach Studienabschluss war er Literaturkritiker bei der «Weltwoche» und der «Neuen Zürcher Zeitung». Später wurde Loetscher Feuilleton-Redaktor bei der «Weltwoche» und war Teil der Chefredaktion.

Ab 1969 arbeitete Loetscher als freier Schriftsteller. Er schrieb eine Vielzahl von Romanen, Essays, Gedichten und Reisereportagen. Die Werke Loetschers basieren häufig auf seinen Reiseerfahrungen, beziehen aber auch autobiografische Elemente mit ein.

In der Schweizer Literaturszene galt Loetscher denn auch als Kosmopolit. Seit 1965 bereiste er regelmässig Lateinamerika, Südostasien, die USA und in den letzten Jahren auch Indien und China. Loetscher war zudem Mitglied des Schweizerischen Schriftstellerverbandes, dessen Präsident er von 1986 bis 1989 war.

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Zum Porträt von Hugo Loetscher (sda/dapd)

Leuenberger äussert Trauer

Bundesrat Moritz Leuenberger hat mit grosser Trauer auf den Hinschied des Schriftstellers Hugo Loetscher reagiert. Der Tod Loetschers sei ein ganz grosser Verlust, sagte Leuenberger im Nachrichtenmagazin «10vor10» des Schweizer Fernsehens.

Leuenberger war mit Loetscher freundschaftlich verbunden. «Man hat immer wieder gesagt, er ist Journalist oder Schriftsteller oder Politiker. Es ist aber völlig falsch, ihn zu katalogisieren. Er ist alles zusammen gewesen», sagte Leuenberger. Das sei das Tolle und Faszinierende an ihm. Einerseits sei er Schriftsteller und Poet gewesen, auf der anderen Seite habe er sich immer wieder mit aktuellen politischen Problemen auseinandergesetzt, und das mit Witz und Humor.

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