Aktualisiert 20.10.2011 18:04

Musikalische Wissenschaft«Hugo» macht Forschung hörbar

Eine Klarinette, ein Kontrabass und eine Menge wissenschaftlicher Daten. Damit macht das Trio «Hugo» seit Jahren erfolgreich Musik.

von
Ken Zumstein
Daniel Schümperli, Rudolf von Steiger und Lukas Frey (v.l.) machen den Vorlesungssaal zur Bühne. (Foto: F. Peter)

Daniel Schümperli, Rudolf von Steiger und Lukas Frey (v.l.) machen den Vorlesungssaal zur Bühne. (Foto: F. Peter)

«Wir wollen die Musik- und Wissenschaftswelt einander näherbringen», sagt Daniel Schümperli, Professor für Molekularbiologie an der Uni Bern. Zusammen mit dem Weltraumphysiker Rudolf von Steiger und dem Geografen Lukas Frey bildet er das Trio «Hugo», das sich darauf spezialisiert hat, wissenschaftliche Daten in Töne umzusetzen. Eine schräge Idee, die je nach Datensatz mal laut, mal sanft, mal harmonisch, mal hektisch klingt. Hinter ihrer Musik stecke stets eine Botschaft, sagt Schümperli. Schliesslich wollen die ungewöhnlichen Musiker das Publikum zum Denken anregen.

Angefangen hat alles im Jahr 2001: Mithilfe eines Computers setzte das Berner Trio den menschlichen DNA-Code in Töne um. Dabei generiert Von Steiger am Computer die Töne.Über dieser elektronischen Tonfolge improvisieren Schümperli auf der Klarinette und Frey auf dem Kontrabass. Mit diesem Mix wollen sie aufzeigen, dass die Entwicklung des Menschen sowohl von klaren Regeln als auch von zufälligen Ereignissen abhängt.

Aus der Anfangszeit stammt auch der Bandname: «Hugo» steht für «Human Genome Organisation».

«Hugos» erstes Programm kam beim Publikum so gut an, dass bald darauf weitere Projekte folgten: Egal ob CO2-Messdaten, ein Swiss-Flug von Zürich nach Tokyo oder das Artensterben von Vögeln – vor komplexen Themen schrecken die drei Wissenschaftler nicht zurück. «Ähnlich wie in der Forschung versuchen wir im Teamwork, Lösungen für komplizierte Probleme zu finden», sagt Daniel Schümperli. Trotz des grossen Aufwands stehe aber der Spass im Vordergrund. Darum sei die Lust auf neue Projekte auch nach wie vor gross, betont er. Für Themenvorschläge seien sie deshalb immer offen.

www.molart.ch

«Wissen»

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