Aktualisiert 28.07.2004 07:26

«Humanitäre Hilfe fast unmöglich»

Zwei Monate nach einem tödlichen Anschlag auf fünf ihrer Mitarbeiter stellt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ihre Arbeit in Afghanistan ein. Die humanitäre Hilfe sei unter diesen Umständen praktisch unmöglich.

Die Organisation begründete ihren Rückzug am Mittwoch auch damit, dass die US-Streitkräfte versuchten, humanitäre Helfer für ihre politischen Absichten einzuspannen. Man bedaure sehr, Afghanistan nach 24 Jahren verlassen zu müssen, aber «der gegenwärtige Kontext macht humanitäre Hilfe für das afghanische Volk nahezu unmöglich», hiess es in der Erklärung weiter.

Die fünf getöteten Mitarbeiter waren am 2. Juni einem Angriff auf einen mit dem Logo der Organisation gekennzeichneten Fahrzeug zum Opfer gefallen. Die Ärzte ohne Grenzen hatten daraufhin abgesehen von akuten lebensrettenden Massnahmen sämtliche Aktivitäten in Afghanistan suspendiert und erklärt, der Angriff müsse analysiert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in Afghanistan 80 internationale und 1.400 einheimische Mitarbeiter tätig gewesen. Die endgültige Einstellung der Aktivitäten hängt laut der Erklärung vom Mittwoch auch damit zusammen, dass die Organisation mit den offiziellen Ermittlungen zu dem Überfall unzufrieden ist. (dapd)

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