Aktualisiert 06.02.2014 13:44

Rundlich, aber oho

Hummeln könnten den Mount Everest bezwingen

Geringer Luftdruck ist kein Problem für Hummeln – sie erweitern einfach den Radius ihres Flügelschlags. So kann die dicke Schwester der Honigbiene bis zu 9000 Meter hoch fliegen.

von
lmm
Wenn sie wollten, könnten sie wohl ziemlich hoch fliegen: Hummel auf Blüte.

Wenn sie wollten, könnten sie wohl ziemlich hoch fliegen: Hummel auf Blüte.

Hummeln können den 8848 Meter hohen Mount Everest überfliegen – zumindest theoretisch. Um mit dem geringen Luftdruck klarzukommen, erweitern die Insekten den Winkel ihres Flügelschlags, wie US-Forscher herausgefunden haben. Der dort herrschende Sauerstoffmangel wurde in die Analyse allerdings nicht einbezogen.

Der mit dem Flügelschlag produzierte Auftrieb ist umso kleiner, je geringer der Luftdruck ist. In Hochgebirgen zu fliegen, ist daher für viele Insekten schwierig. Dies schreiben Michael Dillon und Robert Dudley von University of California in Berkeley in den «Biology Letters» der britischen Royal Society.

Versuche in der Druckkammer

Die Wissenschaftler hatten nahe der chinesischen, auf 3250 Meter Höhe liegenden Stadt Rilong östlich des Himalayas Hummelmännchen der Art Bombus impetuosus gefangen. In Flugkammern, in denen der Luftdruck kontinuierlich verringert wurde, beobachteten sie anschliessend die Flugversuche der 91 bis 129 Milligramm wiegenden Hummeln und notierten, ab wann den Insekten das Abheben nicht mehr gelang.

Alle Hummeln konnten noch bei einem Luftdruck fliegen, der einer Höhe von 7500 Metern entsprach. Zwei Tiere schafften es sogar auf über 9000 Meter – also über den Mount Everest. Mit zunehmender Höhe erweiterten die Hummeln dabei den Radius ihres Flügelschlags um bis zu 20 Grad, berichten die Forscher. Die Schlagfrequenz hingegen blieb beinahe konstant.

Futtersuche auf 4000 Metern Höhe

Einen Faktor liessen die Wissenschaftler allerdings ausser Acht: die in hohen Lagen geringere Sauerstoffkonzentration, die den Hummeln den Flug zusätzlich erschweren dürfte. Auch die eisigen Gipfeltemperaturen spielten für die Analyse keine Rolle.

Wegen ihrer kompakten Gestalt und den im Vergleich klein wirkenden Flügeln werden Hummeln oft als unbeholfene Flieger wahrgenommen. Sie seien aber regelmässig in 4000 Meter Höhe auf Futtersuche, schreiben Dillon und Dudley. Auch in mehr als 5600 Metern Höhe seien schon Hummeln gefunden worden. Verschiedene Fliegen- und Schmetterlingsarten kämen regelmässig in bis zu 6000 Metern Höhe vor. (lmm/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.