Schmerzhafte 90 Minuten: Hummels spielte mit zwei Löchern im Schuhwerk
Aktualisiert

Schmerzhafte 90 MinutenHummels spielte mit zwei Löchern im Schuhwerk

Zwei blaue Zehen? Für Bayern-Trainer Jupp Heynckes noch keine Auswechslung wert. Innenverteidiger Mats Hummels musste sich durchbeissen.

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Der Plan von Mats Hummels ging nicht auf: Der Bayern-Spieler wollte gegen Dortmund nach der ersten Halbzeit ausgewechselt werden.

Der Plan von Mats Hummels ging nicht auf: Der Bayern-Spieler wollte gegen Dortmund nach der ersten Halbzeit ausgewechselt werden.

/Stuart Franklin
Trainer Jupp Heynckes wollte den Nationalspieler aber nicht vom Platz nehmen.

Trainer Jupp Heynckes wollte den Nationalspieler aber nicht vom Platz nehmen.

Alex Grimm
Hummels plagten blau angelaufenen Zehen. Zwei Löcher in seinen Schuhen sorgten für Entlastung.

Hummels plagten blau angelaufenen Zehen. Zwei Löcher in seinen Schuhen sorgten für Entlastung.

AFP/Patrik Stollarz

Nach der ersten Halbzeit hatte Mats Hummels um seine Auswechslung gebeten. Vergebens. Jupp Heynckes liess den Nationalspieler im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund (3:1 für Bayern) gegen dessen ausdrückliche Bitte durchspielen.

«Ich habe es ihm verweigert. Ich habe ihm gesagt, er muss sich durchbeissen. In so einem engen Spiel kann man keinen Eckpfeiler rausnehmen», lautete der Kommentar des 72-jährigen Trainers, der bis Ende Saison beim Rekordmeister das Sagen hat.

Schuh fester zusammenbinden

Hummels plagten an beiden Füssen blau angelaufene Zehen. Um die grossen Zehen vom Druck zu befreien, hatte der 28-jährige Innenverteidiger sein Schuhwerk mit zwei Löchern versehen. «Die sind halt ein bisschen kaputt im Moment. Ich hoffe, dass sich das in der nächsten Woche regeneriert», sagte Hummels nach dem Spiel gegenüber «Sky».

Die löchrigen Treter hätten seine Leistung in keinster Weise beeinträchtigt, gab Hummels nach der Partie zu Protokoll. «Das ist überhaupt nicht der Fall. Dafür binde ich den Schuh etwas fester, damit er schön fest sitzt.»

Was genau zu den lädierten Zehen bei Hummels führte, ist nicht bekannt. Kein Geheimnis ist es hingegen, dass Heynckes die Bayern-Stars härter rannimmt als etwa sein Vorgänger Carlo Ancelotti. Der Mehraufwand hat sich ausbezahlt. In vier «wahnsinnig strapaziösen Wochen» hat Heynckes dem FC Bayern München den Weg für den nächsten Alleingang zum Titel in der deutschen Bundesliga geebnet.

Robben: «Das ist Wahnsinn»

Als Heynckes am 9. Oktober als Not- und Übergangslösung zum vierten Mal Coach bei den Bayern wurde, herrschte an der Säbener Strasse in München ein Mix aus Verunsicherung und Ratlosigkeit. In weniger als einem Monat hat Heynckes die Stimmung komplett gedreht - und die Hoffnung vieler Fans auf eine endlich einmal spannende Meisterschaft arg gedämpft.

«Das ist schon der Wahnsinn, wie der Trainer das in so kurzer Zeit geschafft hat», betonte Arjen Robben, einer von vielen Spielern, die in der kurzen aber intensiven Zeit unter dem aus dem Ruhestand zurückgekehrten Chefcoach aufgeblüht sind. Fünf Punkte Rückstand hatte der FC Bayern bei der Rückkehr von «Don Jupp» auf das zu Saisonbeginn furios aufspielende Borussia Dortmund.

Nach dem Sieg in Dortmund sind es plötzlich sechs Zähler Vorsprung. Und die Diskrepanz zwischen den beiden deutschen Vorzeige-Teams erschien trotz einiger Dortmunder Chancen am Samstag noch deutlicher.

Heynckes will den Ball flach halten

Daran, dass die Münchner in dieser Saison ihren sechsten Meistertitel in Folge feiern werden, zweifelt spätestens jetzt kaum mehr jemand. «Wir hätten natürlich kein Problem damit, wenn es langweilig wird», sagte Hummels. Er glaube allerdings nicht daran, fügte der in Dortmund überragende Innenverteidiger hinzu.

«Wir sollten den Ball flach halten», meinte derweil Heynckes - um dann aber gleich eine Kampfansage folgen zu lassen. «Vor vier Wochen konnte niemand voraussagen, dass wir sechs Punkte vor Dortmund stehen würden. Aber das haben wir uns erarbeitet. Und wenn wir unsere verletzten Spieler wie Franck Ribéry, Thomas Müller, Manuel Neuer und Jérôme Boateng wieder an Bord haben, werden wir noch besseren Fussball spielen.»

Die vergangenen vier Wochen waren für die Münchner extrem strapaziös. «Wir haben nicht nur viele Spiele absolviert, sondern auch intensiv und mit grossem Umfang trainiert. Das hat die Spieler ungemein beansprucht. Deshalb haben zuletzt viele über Muskelbeschwerden geklagt», betonte Heynckes. (20 Minuten/sda)

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