Keine Reisen über den Teich: Hummler fürchtet Verhaftung in den USA
Aktualisiert

Keine Reisen über den TeichHummler fürchtet Verhaftung in den USA

Der Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers und geschäftsführende Teilhaber der Bank Wegelin & Co., Konrad Hummler, verzichtet mit Blick auf eine mögliche Verhaftung zur Zeit auf Reisen in die USA.

«Ich glaube, dass ich auf einer Liste als Persona non grata aufgeführt bin», sagte Hummler in einem Interview des «SonntagBlicks». Er habe keine Lust darauf, eine Nacht in einer Zelle am Kennedy Airport zu verbringen. Eine Zivilklage gegen Wegelin sei nicht möglich, da sie nicht auf US-Territorium aktiv sei. Er rechne aber mit Amtshilfegesuchen, erklärte Hummler.

Abgeltungssteuer vorgeschlagen

So reiche es, wenn ein US-Bürger eine Selbstanklage mache und dabei die Bank Wegelin erwähne. Zur Lösung des Steuerproblems schlägt Hummler eine Abgeltungssteuer auf sämtlichen Vermögenserträgen vor. «Dann hat der Kunde keine Wahl mehr, zu versteuern oder nicht, weil ihm das Geld einfach abgezogen wird», erklärte er.

Rückzug aus USA

Die Privatbank hatte am vergangenen Dienstag angekündigt, sich wegen der von der US-Regierung beabsichtigten Verschärfung des so genannten Qualified Intermediary-Abkommens (QI) zwischen den US-Steuerbehörden und ausländischen Banken aus dem US-Kapitalmarkt zurückzuziehen (20 Minuten Online berichtete).

Hummler fordert, dass der selbe moralische Massstab, mit dem man über Steuersünder urteile, auch auf den Staat angewendet werde, der die Mittel verwende. «Die USA gehören zu den aggressivsten Nationen überhaupt», erklärte er. (dapd)

Deine Meinung