Gefrorener Thunersee: Hund kämpft 30 Minuten verzweifelt ums Überleben
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Gefrorener ThunerseeHund kämpft 30 Minuten verzweifelt ums Überleben

Die Thuner Feuerwehr musste am Freitagnachmittag zum teilweise zugefrorenen Thunersee ausrücken. Ein Berner Sennenhund war in Not geraten.

von
miw
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Der Unfallort im Thuner Lachenkanal am Tag danach: Durch den Vorfall hat sich das Eis gespalten.

Der Unfallort im Thuner Lachenkanal am Tag danach: Durch den Vorfall hat sich das Eis gespalten.

Mit 36 Grad Körpertemperatur ist der Rüde im Notfall angekommen.

Mit 36 Grad Körpertemperatur ist der Rüde im Notfall angekommen.

pd
Noch sind die Spuren des Hundes zu sehen. Bevor das Eis brach, sprang der Berner Sennenhund über die noch feste und mit Schnee bedeckte Eisschicht.

Noch sind die Spuren des Hundes zu sehen. Bevor das Eis brach, sprang der Berner Sennenhund über die noch feste und mit Schnee bedeckte Eisschicht.

Bange Minuten auf dem Thuner Lachenkanal: Während rund einer halben Stunde kämpfte dort ein Hund ums Überleben. Der Berner Sennenhund war bei einem Spaziergang am Freitagnachmittag auf die Eisfläche im Hafen gesprungen. Nach wenigen Schritten auf dem schmelzenden Untergrund brach der grosse Vierbeiner schliesslich ein.

«Was danach passierte, war herzergreifend», erzählt eine Passantin, die per Zufall am Unglücksort vorbeikam. Der Hund habe sich nur mit den Vorderpfoten an der Eisfläche halten können – «er drohte, mit seinem ganzen Körper ins eisige Wasser zu gleiten».

Herrchen versucht, Hund zu retten

Sein Herrchen habe in der Panik versucht, seinen Hund selbständig zu retten – so sprang er ins halb gefrorene Wasser. Wie die Polizei gegenüber 20 Minuten sagt, kehrte der aufgewühlte Mann aber noch rechtzeitig zum Ufer zurück – «so blieb er zum Glück unverletzt», sagt Polizeisprecher Dominik Jäggi.

Vom Ufer musste der durchnässte Mann und seine Begleiterin nun ihrem Hund zuschauen, wie er sich jaulend und mit allen Kräften an der Eisscholle festklammerte, um sich so weiterhin über Wasser zu halten. «Ein Mann mit einem kleinen Boot durchquerte schliesslich die Eisfläche und versuchte, den Vierbeiner auf sein Boot zu ziehen.» Doch auch diese Aktion blieb erfolglos: Sobald der Mann den grossen Hund an Bord zu ziehen versuchte, drohte das kleine Schiffchen zu kippen. Vom Boot aus konnte der Mann den Sennenhund immerhin festhalten.

Feuerwehr zieht Hund aus See

Dann, nach weiteren Minuten des Bangens und Jaulens, kam die Rettung: Die Thuner Feuerwehr fuhr mit Blaulicht vor Ort und stach mit einem Rettungsboot in den Lachenkanal. Zwei professionell ausgerüsteten Feuerwehrmännern gelang es schliesslich, den unterkühlten Hund aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. «Sofort wurde der Berner Sennenhund in Wärmedecken gepackt», erzählt die Spaziergängerin, die die ganze Zeit mit dem Hund mitgelitten hatte – «allen Anwesenden, vor allem den beiden Herrchen, fiel ein riesiger Stein vom Herzen.» Der Besitzer des Hundes sei vor Erleichterung am Ufer zusammengebrochen.

Wie die Berner Polizei rapportiert, wurde der gerettete Sennenhund schliesslich in eine Tierklinik gebracht – um sich dort zu erholen, sich richtig aufzuwärmen und wieder auf die Beine zu kommen. «Nur dank dem beherzten Einsatz des Bootsbesitzers und der Feuerwehr sowie der Ausdauer des Hundes gab es schliesslich doch noch ein Happy End», freut sich die Spaziergängerin.

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