Dürfen Hunde auf Ladefläche mitfahren?

Publiziert

Autobahn A3Hund muss auf Pick-up-Ladefläche mitfahren – «Ich finde es beschämend»

Auf der A3 am Walensee sichtet ein News-Scout einen Hund auf der Ladefläche eines Pick-ups. Die Präsidentin des Tierschutzvereins St. Gallen zeigt sich besorgt.  

von
Ammar Jusufi
1 / 1
Der Pick-up war bei 80 km/h und einer Aussentemperatur von knapp acht Grad unterwegs. 

Der Pick-up war bei 80 km/h und einer Aussentemperatur von knapp acht Grad unterwegs. 

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Ein News-Scout sichtet auf der Autobahn einen Pick-up mit einem Hund auf der Ladefläche.

  • Die Präsidentin des Tierschutzvereins St. Gallen ist entsetzt.

  • Aus rechtlicher Sicht gilt der Hund als Ladung und muss dementsprechend gesichert sein.

Ein News-Scout ist völlig ausser sich, als er diese Szenen sieht. «Ein Hund auf der offenen Ladefläche, dann noch auf der Autobahn bei Tempo 80 und das bei einer Aussentemperatur von knapp acht Grad», sagt er. Dabei spricht er über den Pick-up, den er auf der Autobahn A3 Höhe Walensee sichtete. «Der Hund wirkte sehr gestresst und unser Versuch, die Fahrerin darauf aufmerksam zu machen, scheiterte an ihrer Ignoranz», so der News-Scout. 

Das Tier wirkt eingeschüchtert

Julika Fitzi, Präsidentin des Tierschutzvereins St. Gallen, sieht das ähnlich wie der News-Scout. «Ich finde es beschämend, dass der Hund nicht mit in der Führerkabine fahren darf. Wir sind hier nicht bei den Farmern in USA, Australien oder Südafrika, wo so etwas in der Weite der Ländereien öfter noch gesehen werden kann», sagt Fitzi. 

Für die Tierärztin und Präsidentin auch klar: Der Hund ist angespannt und ängstlich. «Sein Gesichtsausdruck und seine Körpersprache sagen mir, dass er eingeschüchtert ist», so Fitzi. Sie zeigt sich genau wie der News-Scout besorgt. «Der Hund hat keinen gesicherten Rahmen um sich herum, er ist der Witterung, dem Wind, der Kälte ausgesetzt, und, wenn es zu einem Unfall kommt, ist er komplett ungeschützt und wird sich selbst mit dem Brustgurt oder -geschirr sicher sehr verletzen», so die Präsidentin des Tierschutzvereins weiter. 

Hund muss ausreichend gesichert werden

Das Strassenverkehrsrecht regelt die Sicherung von Hunden nicht explizit, sondern setzt nur grundlegende Rahmenbedingungen. «Der Hund gilt in diesem Fall als Ladung», sagt Florian Schneider, Mediensprecher Kantonspolizei St. Gallen. Die Ladung muss laut Gesetz ausreichend gesichert sein, um die Fahrzeuginsassen sowie den übrigen Verkehr nicht zu gefährden. «Aufgrund dieses Fotos ist es schwierig zu beurteilen, ob der Hund gesichert ist oder nicht», so Schneider. 

«Vor Ort wird beurteilt, ob die Verkehrssicherheit und das Tierwohl gewährleistet sind. Ist dies nicht der Fall, werden allfällige strafrechtliche Massnahmen geprüft und die Weiterfahrt erst nach Behebung der Mängel gewährt», sagt Schneider. Von diesem Fall habe die Kapo SG bisher noch keine Kenntnis.  

Nimmst du deinen Hund im Auto mit?

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

243 Kommentare