Herzlos: Hund nachts und bei Regen ausgesetzt
Aktualisiert

HerzlosHund nachts und bei Regen ausgesetzt

Ein Hund wurde nachts vor dem Tierheim ausgesetzt. Er musste in der kalten Nacht alleine im Regen ausharren.

von
Christian Holzer
Tierpfegerin Manuela Dolder (30) kümmert sich nun um Hund Moses.

Tierpfegerin Manuela Dolder (30) kümmert sich nun um Hund Moses.

Klitschnass, durchgefroren und völlig verwirrt: So fanden Mitarbeiter des Tierheims Oberbottigen gestern Morgen einen ausgesetzten Hund vor der eigenen Tür. Der Labrador-­Rüde war mit seinem Korb am Abfallcontainer angeleint worden und musste bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt alleine ausharren: «Es macht mich traurig, wie manche Leute mit ihren Tieren umgehen», sagt Tierpflegerin Manuela Dolder (30). Besonders weil wenige Meter entfernt beheizte Hundeboxen stünden. Dennoch ist Dolder zurückhaltend mit Kritik: «Hinter einer solchen ­Tragödie steckt meistens auch ein menschliches Schicksal.» Trotzdem: Wer seinen Hund vorsätzlich aussetzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Halter schwer auffindbar

Weil der Vierbeiner im Körbchen gefunden worden war, hat ihn das Team des Tierheims Oberbottigen auf den Namen Moses getauft. Tierärztin Tatiana Lentze (42) schätzt sein Alter auf zwölf Jahre. Der Senior habe die Nacht einigermassen gut überstanden, aber: «Leider ist Moses nicht registriert. Der Halter wird nur schwer auffindbar sein.» Sie hofft, dass sich der ehemalige Besitzer beim Tierheim meldet. Denn ohne Verzichtserklärung gilt Moses als Findeltier und darf erst nach zwei Monaten weitervermittelt werden: «Der Alltag im Tierheim ist für einen Hund in diesem Alter sehr stressig», so Lentze.

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