Vier Tiere notgeschlachtet: Hund reisst Schafe – Mann (26) wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt
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Vier Tiere notgeschlachtetHund reisst Schafe – Mann (26) wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt

Ein japanischer Jagdhund, der aus einem Garten ausgerissen war, biss auf einer Weide im Kanton Zürich vier Schafe so stark, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Nun stand der Hundehalter vor dem Richter.

von
Stefan Hohler
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Ein Hund der aus einem Garten ausgerissen war, biss auf einer Weide im Kanton Zürich vier Schafe so stark, dass sie notgeschlachtet werden mussten. 

Ein Hund der aus einem Garten ausgerissen war, biss auf einer Weide im Kanton Zürich vier Schafe so stark, dass sie notgeschlachtet werden mussten.

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Arthur Bosshard, der Besitzer der Schafe, ist auf den Hundehalter nicht böse. 

Arthur Bosshard, der Besitzer der Schafe, ist auf den Hundehalter nicht böse.

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«Er hat sofort die Polizei und Tierambulanz alarmiert und alles eingeleitet, was man tun musste.» Bosshard ist Hobby-Schafzüchter in Buch am Irchel und hat momentan 62 Schafe. 

«Er hat sofort die Polizei und Tierambulanz alarmiert und alles eingeleitet, was man tun musste.» Bosshard ist Hobby-Schafzüchter in Buch am Irchel und hat momentan 62 Schafe.

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Darum gehts

  • Im Dezember 2019 wurden vier Schafe auf einer Weide im Kanton Zürich gerissen.

  • Nun wurde der Hundehalter wegen fahrlässiger Tierquälerei verurteilt.

Die Hundeattacke auf vier Schafe hatte sich bereits Ende Dezember 2019 ereignet. Am Freitag musste sich der Hundehalter vor dem Bezirksgericht Winterthur verantworten. Laut Anklageschrift hat er den Hund an seinem Wohnort im Bezirk Winterthur unbeaufsichtigt ins Freie gelassen, ohne zuvor die Umfriedung des Gartens zu überprüfen. Durch die Bisse hätten die Schafe qualvolle Schmerzen erlitten.

Der Mann soll wegen fahrlässiger Tierquälerei und Übertretung des kantonalen Hundegesetzes mit einer zu bezahlenden Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 30 Franken (2400 Franken) und einer Busse von 100 Franken bestraft werden. Zusätzlich kommen Verfahrenskosten von über tausend Franken hinzu.

Beim Hund handelt es sich um einen Akita Inu, einen japanischen Jagdhund. Ein ausgesprochen selbstbewusster, in sich ruhender Hund, wie die Fachliteratur schreibt. Er war unbeaufsichtigt im Garten und konnte wegen des beschädigten Zauns ausreissen und auf eine benachbarte Wiese gelangen, wo eine Gruppe von Schafe weideten. Dort biss er vier der Tiere so stark, dass sie notgeschlachtet werden mussten.

Der Einzelrichter verurteilte den 26-jährigen Schweizer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 40 Tagessätzen zu 30 Franken. Der junge Mann, der nicht der Besitzer des Hundes ist – er gehört seiner Mutter – kam also glimpflich davon und muss die Geldstrafe nicht bezahlen. Auf den Widerruf einer Vorstrafe in der gleichen Höhe, wie dies der Staatsanwalt gefordert hatte, verzichtete der Richter.

Zweite Hundeattacke

Arthur Bosshard, der Besitzer der Schafe, ist auf den Hundehalter nicht böse. «Er hat sofort die Polizei und Tierambulanz alarmiert und alles eingeleitet, was man tun musste.» Bosshard ist Hobby-Schafzüchter in Buch am Irchel und hat momentan 62 Schafe. «Es hat schon wehgetan, als ich die stark verletzten Tiere sah, sie mussten notgeschlachtet werden.»

Der Preis für ein braunköpfiges Fleischschaf, so der Name der Rasse, beträgt 350 Franken. In seiner vierzigjährigen Schafzüchterkarriere sei dies der zweite Vorfall mit einem Hund gewesen, sagt der pensionierte Schreiner. Nur habe sich bei der ersten Hundeattacke vor etlichen Jahren der unbekannte Hundehalter nachher einfach aus dem Staub gemacht. «Dies war beim jungen Mann nicht der Fall, er hat sich anständig benommen», betont Bosshard.

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