15.09.2020 14:18

Abgase und keine Pause Hund wird an Auto angeleint und Gassi geführt

Im Kanton Jura wurde ein Hund an die Anhängerkupplung eines Autos angemacht und musste nachrennen. Mittlerweile hat sich auch die Polizei eingeschaltet.

von
Sven Forster

Darum gehts

  • Eine Hundehalterin führt ihr Tier mit dem Auto Gassi.
  • Der Hund muss dabei hinter dem Auto hertraben.
  • Die Aktion wurde von einem Anwohner gefilmt.
  • Mittlerweile hat sich die Polizei eingeschaltet.

Diese Hundehalterin hatte keinen Bock aufs Gassigehen. Am Freitag wurden in Montignez im Kanton Jura zwei Videos aufgenommen, die in den sozialen Medien fleissig geteilt werden. Zu sehen ist ein Hund, dessen Leine an der Anhängerkupplung eines Autos angemacht wurde. Mit geringem Tempo und kurzer Leine fährt der Wagen auf der Strasse, und der Hund muss mitrennen.

Pascal Nusbaumer, der Urheber des Videos, regt sich auf Facebook über die Aktion der Hundehalterin auf. Er schreibt: «1,5 Meter Seil und Abgas! Super!» Gegenüber «Le Matin» sagt der 24-Jährige: «Ich war auf dem Weg zu meinen Eltern, als ich diesen Hund an der Leine hinter einem Auto herlaufen sah.» Sein erstes Video zeigte das wegfahrende Auto auf einem Feldweg. Nusbaumer weiter: «Ich versteckte mich in einem Maisfeld, um bei seiner Rückkehr das zweite Video zu drehen.»

Wie Nusbaumer sagt, gehören der Besitzerin des Hundes auch zwei Pferde in der Region. Ihr werden Streitigkeiten mit dem kantonalen Veterinärdienst vorgeworfen. Ein Anruf von Nusbaumer bei der Polizei blieb erstmals erfolgos. Für Chloé Termeno von der jurassischen Vereinigung für Tierschutz ist die Aktion aber noch nicht abgeschlossen.

Abgase und keine Chance, sich zu erleichtern

Die Tierschützerin wurde zuvor noch nie mit so einem Verhalten konfrontiert. «Wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht, ohne ihn zu sehen, ist das gefährlich», sagt sie. Laut Termeno kann der Kantonstierarzt in solchen Situationen eingreifen, auch wenn das Gesetz bei solchen Aktionen nicht genau definiert ist.

Auf Facebook regen sich diverse Bekannte von Nusbaumer über den Gassigang auf. Besonders dass der Hund Abgase einatmet und keine Zeit hat, sich zu erleichtern, wird von den Nutzern heftig kritisiert. Wie «Le Matin» schreibt, hat sich mittlerweile auch die Polizei des Kantons Jura eingeschaltet. Ob der Hund leiden musste oder gar ein Regelverstoss im Strassenverkehr vorliegt, wird derzeit untersucht.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
121 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Hundetrainerin

16.09.2020, 08:44

Warum überhaupt hat man denn einen Hund, wenn man nicht mit ihm laufen will? Hunde müssen schnüffeln können, und Markieren, das ist ihre Natur und das allerwichtigste. Ein Hund der dem Fahrrad nachrennen muss, hat dazu keine Gelegenheit. Das ist keinesfalls artgerecht. Man sollte sich Wissen aneignen, über die Natur der Hundes und mit ihm entsprechend umgehen.

Andy B.

16.09.2020, 07:57

Anstatt zu filmen, hätte ich das Auto angehalten und den Hund von dieser lieblosigkeit befreit!!!

Mike

16.09.2020, 07:23

Man kann sich nun drüberstreiten, ob das Tierquälerei ist oder nicht. Wir fahren mit dem Hund regelmässig am Fahrrad, was rechtlich erlaubt ist. Natürlich darf man dabei den ordentlichen Verkehr nicht beinträchtigen und auch den Hund nicht überfordern. Finde es auch komisch, dass man dies mit dem Auto macht, aber in dem Video ist in keiner Sequenz zu sehen, dass der Hund zu schnell laufen muss. Also wieso die ganzen Ausrufe hier. Im Gegenteil, ich behaupte mal, dass 90% der Hunde in der Schweiz zu wenig Bewegung hat und da schreit hier kein Mensch, dass dies Tierquälerei ist! Ein Hund will laufen, springen, ... und wenn ich zuweilen Betagte sehe, die den gelangweilten Hund neben sich herführen denke ich oft, dass dies nicht tiergerecht ist.