Aktualisiert

Falscher Tollwut-VerdachtHund Zaza musste sterben

Tragischer Tod eines jungen Hunde-Mischlings: Weil ein Tierarzt den falschen Verdacht hatte, Zaza leide an Tollwut, musste der Vierbeiner sterben.

von
Marco Lüssi

Nicole P.* (30) und ihr Freund Alex F.* (30) aus Urdorf verbrachten im Juni 2008 Ferien in Ägypten. Neben dem Hotel spazierte immer wieder ein Welpe herum, den das junge Zürcher Paar sofort ins Herz schloss. «Wir sahen diesen Hund und wussten: Wir müssen ihn mit nach Hause nehmen», sagt F. Sie hätten alle Impfungen und anderen Formalitäten erledigt, um ihn in die Schweiz bringen zu können.

Doch Anfang November ging es Zaza, wie sie den Hund tauften, plötzlich schlecht. Ein Tierarzt in Hünenberg ZG, den sie konsultierten, wussten nicht mehr weiter. Nun wurde Zaza seine Herkunft zum Verhängnis: Weil Ägypten ein Tollwut-Hochrisikoland ist, schloss der Tiermediziner auch diese Krankheit nicht aus – obwohl Zaza keinerlei Symptome zeigte. Mit tödlichen Folgen: «Das Veterinäramt forderte uns auf, Zaza sofort einschläfern zu lassen – andernfalls werde der Hund von der Polizei abgeholt», so F. Ob ein Tier tatsächlich an Tollwut leidet, kann man erst nach dessen Tod feststellen – bei Zaza war der Befund negativ. «Unser Hund ist für nichts gestorben», sagt F. Im Kanton gibt es laut dem stellvertretenden Kantonstierarzt Peter Rüsch jährlich etwa fünf Tollwut-Verdachtsfälle bei Hunden: «Weil die Krankheit für den Menschen tödlich verläuft, müssen wir diese Tiere bereits beim ersten Verdacht aus Sicherheitsgründen einschläfern lassen.»

*Namen der Redaktion bekannt

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.