Aktualisiert 27.08.2008 21:13

Tierquälerei

Hunde auf Kaninchen gehetzt – verurteilt

Hans Schlegel, umstrittener Hundetrainer, liess Hunde auf Kaninchen und Enten los – mit tödlichem Ausgang. Nun ist er wegen Tierquälerei verurteilt worden.

Das Drama, das den Aargauer Veterinärdienst zu einer Anzeige bewog, spielte sich im Mai 2006 im Fricktal ab: Hans Schlegel (50) führte eine Halterprüfung mit 26 Hunden durch. Um zu testen, ob die Tiere gehorchen, mussten die Schüler ihre Vierbeiner in ein offenes Gehege mit ­Enten und Kaninchen führen. Dabei geschah das Unvermeidliche: Die Hunde, etwa Golden Retriever und Labradore, waren nicht mehr zu halten. Zwei Kaninchen wurden totge­bissen, ein weiteres verletzt, eine an einen Baum angekettete Ziege sowie einige Enten während Stunden in Angst und Schrecken versetzt. Dieser Darstellung der Staatsanwaltschaft folgte das Laufenburger Bezirksgericht nun mit seinem Urteil. Die Richter verurteilten Schlegel wegen mehrfacher fahrlässiger sowie eventualvorsätzlicher Tierquälerei zu einer Busse von 3000 Franken sowie bedingt zu 60 Tagessätzen à 30 Franken. Hinzu kommen Gerichtskosten von rund 4400 Franken.

Der Schweizer Tierschutz, den schockierte Kursteilnehmer alarmiert hatten, zeigte sich erleichtert über den Schuldspruch. «Die Hunde­schule von Herrn Schlegel hat wegen ihres autoritären Stils einen ­zweifelhaften Ruf», sagt Lukas Berger, Jurist beim Schweizer Tierschutz (STS). Das Strafmass sei aber zu tief und habe keinerlei abschreckende Wirkung. Schlegel will erst am Donnerstag zum Urteil Stellung nehmen.

daw

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