Aarburg AG: Hunde-Ersäufer wegen Tierquälerei angeklagt
Aktualisiert

Aarburg AGHunde-Ersäufer wegen Tierquälerei angeklagt

Ein Ehepaar aus Aarburg AG muss sich wegen mehrfacher Tierquälerei vor Gericht verantworten. Der Mann hatte zwei Rehpinscher an Stangen befestigt in der Aare ertränkt.

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Carla S.erklärte im TV, weshalb ihr Mann in Aarburg die beiden Hunde am 18. September 2016 in der Aare ersäufte: «Er hat es für mich getan.»

Carla S.erklärte im TV, weshalb ihr Mann in Aarburg die beiden Hunde am 18. September 2016 in der Aare ersäufte: «Er hat es für mich getan.»

Screenshot Tele M1
Hier, am Aareufer in Aarburg, machte ein Passant an jenem Samstag einen schrecklichen Fund. Er entdeckte zwei tote Hunde.

Hier, am Aareufer in Aarburg, machte ein Passant an jenem Samstag einen schrecklichen Fund. Er entdeckte zwei tote Hunde.

SUL
Martin Ryser, Vize-Kommandant der Feuerwehr Aarburg, musste die Tiere bergen. Die Hunde hatten rund vier Kilo schwere Metallstangen an den Halsbändern.

Martin Ryser, Vize-Kommandant der Feuerwehr Aarburg, musste die Tiere bergen. Die Hunde hatten rund vier Kilo schwere Metallstangen an den Halsbändern.

SUL

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat gegen einen 37-jährigen Portugiesen und dessen 33-jährige Ehefrau Anklage unter anderem wegen mehrfacher Tierquälerei und falscher Anschuldigung erhoben. Dies teilte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau am Montag mit.

Der Vorfall geht auf den 24. September 2016 zurück. Damals hatte ein Spaziergänger in der Aare bei Aarburg zwei ertränkte Hunde entdeckt. Die Ermittlungen haben ergeben, dass der Beschuldigte die beiden Rehpinscher seiner Ehefrau am Abend des 18. Septembers an der Aare zuerst mit ihren Hundeleinen an je ein Stahlrohrband und das Ganze mit Kabelbindern fixierte, damit sich die Leinen nicht von den Halsbändern lösen konnten.

Sie ertrug den Gestank und das Gebell nicht mehr

Anschliessend – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm - warf er die Hunde nacheinander in die Aare, wo sie durch die Stahlrohre unter Wasser gezogen wurden und qualvoll ertranken.

Der Beschuldigten wirft die Staatsanwaltschaft vor, ihren Ehemann zur Tat angestiftet zu haben, indem sie ihn in den Wochen und Tagen zuvor massiv unter Druck gesetzt hatte, er solle die Hunde wegschaffen, weil sie deren Gestank und Gebell nicht mehr ertrage.

Falsche Anschuldigungen

Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Ehepaar auch Anklage wegen falscher Anschuldigung erhoben, und zwar deshalb, weil der Beschuldigte anfänglich behauptet hatte, sein Schwager habe die Hunde abgeholt und in der Aare ersäuft.

Auch die Beschuldigte sagte zu Beginn der Strafuntersuchung aus, ihr Bruder habe die Hunde abgeholt und wahrscheinlich ersäuft. Für die Beschuldigte beantragt die Staatsanwaltschaft ein bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten und eine Busse von 2000 Franken. Die Anträge für den Beschuldigten wird die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm an der Hauptverhandlung bekannt geben.

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