Hunde-Folter: US-Soldat von Abu Ghraib vor Gericht
Aktualisiert

Hunde-Folter: US-Soldat von Abu Ghraib vor Gericht

Vor einem US-Militärgericht hat am Montag ein weiterer Prozess wegen des Abu-Ghraib-Skandals begonnen. Ein 32-jähriger Unteroffizier steht vor den Richtern.

Santos Cardona soll wiederholt Gefangene mit seinem Wachhund eingeschüchtert und misshandelt haben. Er ist auf einigen der berüchtigten Folterfotos von Abu Ghraib zu sehen, die 2004 weltweit für Empörung sorgten.

Die Anklage wirft Cardona auch Körperverletzung und Pflichtversäumnis vor. Bei einer Verurteilung in allen Punkten droht ihm eine Haftstrafe von 16 Jahren und sechs Monaten. In einem ähnlichen Prozess war ein anderer Hundeführer aus Abu Ghraib im März zu 179 Tagen Gefängnis verurteilt worden.

Die Verteidigung wird voraussichtlich erklären, dass die Vorgesetzten in Abu Ghraib den Einsatz von Hunden bei Verhören stillschweigend geduldet hätten.

Vor diesem Hintergrund dürfte vor allem die Zeugenaussage von Generalmajor Geoffrey Miller von Bedeutung sein. Dieser hatte die Richtlinien zum Umgang mit Gefangenen in Abu Ghraib massgeblich gestaltet.

Nach Darstellung von Verteidiger Harvey Volzer soll Miller 2003 bei einem Besuch in dem Gefangenenlager den Einsatz von Hunden bei Verhören empfohlen haben. Nach früheren Aussagen von Wärtern in Abu Ghraib soll Miller dabei auf die Angst von Moslems vor Hunden verwiesen haben. In den bisherigen Abu-Ghraib-Prozessen waren vor allem Militärangehörige der niedrigeren Ränge verurteilt worden.

(sda)

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