Tiere als Therapeuten: Hunde trösten die Opfer von Boston

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Tiere als TherapeutenHunde trösten die Opfer von Boston

Nach den verheerenden Attentaten in Bosten kümmern sich nun auch Golden Retriever um die traumatsierten Opfer. Wer will, kann die Hunde streicheln und sich so etwas Trost verschaffen.

von
dga

Nur wenige Blocks vom Ort entfernt, an dem am Montag während eines Marathonlaufs in Boston zwei Bombenanschläge verübt worden waren, wartet die örtliche Kirche an einem Stand mit mehreren Therapiehunden auf. Mit der Aktion will die Glaubensgemeinschaft Passanten und Einwohnern der Stadt Trost spenden.

«Man braucht Trost und es tut gut zu wissen, dass jemand bei einem ist. Sie sind so lieb», sagt Augenzeugin Jamie Buller unter Tränen im Video oben. Sie selbst lief am Marathon mit und wurde Augenzeugin des Attentats. Es sei das erste Mal seit den Anschlägen, dass sie das Haus verlassen habe.

Bass, Hasso, Bass!

«Die Leute können von sich aus auf die Tiere zugehen und sie streicheln. Im Falle, dass jemand Angst oder eine Allergie vor Hunden hat», sagt Teamleiter des Therapiehunde-Programms K-9 Comfort Dogs der Lutheran Church of Boston gegenüber National Geographic.

Dieser Hund ist ein Kameradenschwein

Nach Amokläufen im Einsatz

Grösstenteils werden die speziell zu Therapiezwecken ausgebildeten Golden Retriever in Rehabilitationszentren, Kliniken und Pflegeheimen eingesetzt. Zudem begleiten sie Menschen in schwierigen Situation und Krisenzeiten, beispielsweise nach Tragödien wie im Fall des Terroranschlags in Boston oder nach Naturkatastrophen.

Wie Hetzner sagt, seien zuvor einige der selben Hunde nach zwei tragischen Amokläufen im Einsatz gewesen: Letzten Dezember an der Sandy Hook Primarschule in Newton, Connecticut und 2008 nach dem Massaker an einer Universität in Illinois. Die Leidenden hätten sehr gut auf die Vierbeiner reagiert, so Hetzner.

Hunde seien eines der wenigen Tiere, die in der Regel keine natürliche Ablehnung gegenüber Menschen entwickelten, wie Brian Hare, Direktor des Hundewahrnehmungszenters an der Universität in Duke laut National Geographic sagt. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge wird beim Streicheln von Hunden unter anderem das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Dieses verringert Stress, senkt den Blutdruck und trägt zu einer gleichmässigen Atmung bei.

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