23.06.2020 17:14

Chinesische Regierung will es verbieten

Hundefleisch-Festival in China gestartet – zum letzten Mal?

Das zehntägige Festival, das ganz im Zeichen des Verzehrs von Hundefleisch steht, wird seit Jahren von Tierschützern kritisiert. Nun kommt noch die Angst vor einem Corona-Ausbruch hinzu.

Darum gehts

  • Im chinesischen Yulin ist das 10-tägige Hundefleisch-Festival gestartet.
  • Das Festival steht seit Jahren in der Kritik – Tierschützer hoffen nun wegen Corona auf ein endgültiges Verbot.
  • Die chinesische Regierung arbeitet an einer neuen Gesetzgebung.

Trotz der Corona-Epidemie und einer Regierungskampagne für mehr Tierschutz ist in China das jährliche Hundefleisch-Festival eröffnet worden. Die zehntägige Veranstaltung in der südwestlichen Stadt Yulin zieht normalerweise Tausende von Besuchern an. Tierschützer erwarten nun aber, dass die Zahl zurückgeht und die Veranstaltung letztmalig stattfindet.

«Ich hoffe, dass sich Yulin nicht nur um der Tiere willen, sondern auch zugunsten der Gesundheit und Sicherheit der Menschen ändern wird», sagte Peter Li, China-Spezialist der Tierrechtsgruppe Humane Society International, am Montag. Massenversammlungen für den Handel und der Verzehr von Hundefleisch stellten «ein erhebliches Risiko» für die öffentliche Sicherheit dar.

China arbeit an neuer Gesetzgebung

Die Regierung arbeitet derzeit neue Gesetze aus, um den Handel mit Wildtieren zu verbieten und Haustiere zu schützen. Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Experten gehen davon aus, dass sich das Virus Ende vergangenen Jahres von einem Markt in der Stadt Wuhan ausgebreitet hat, auf dem mit Wildtieren gehandelt wurde. Womöglich stammte das Virus von Fledermäusen und ging auf dem Markt auf Menschen über.

Shenzhen war im April die erste Stadt in China, die den Verzehr von Hunden verboten hat. Es wird erwartet, dass weitere folgen werden. Das Landwirtschaftsministerium beschloss zudem, Hunde als Haustiere und nicht mehr als Nutztiere einzustufen. Allerdings ist bislang unklar, inwieweit sich dies auf den Handel in Yulin auswirken wird.

Verbot eine Frage der Zeit?

Tierschützerin Zhang Qianqian, die am Wochenende in Yulin war, hält es für eine Frage der Zeit, bis das Hundefleisch-Festival verboten wird. «Nach dem, was wir aus unseren Gesprächen mit Fleischverkäufern wissen, hat die Führung gesagt, dass der Verzehr von Hundefleisch in Zukunft nicht mehr erlaubt sein wird», sagte Zhang. «Aber ein Verbot des Verzehrs von Hundefleisch wird schwer werden und einige Zeit dauern.

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In der chinesischen Stadt Yulin ist das jährliche Hundefleisch-Festival gestartet.

In der chinesischen Stadt Yulin ist das jährliche Hundefleisch-Festival gestartet.

KEYSTONE
Während 10 Tagen wird der in China als Spezialität geltende Hundefleisch gefrönt. Dabei werden tausende Hunde geschlachtet.

Während 10 Tagen wird der in China als Spezialität geltende Hundefleisch gefrönt. Dabei werden tausende Hunde geschlachtet.

KEYSTONE
Tierschützer kritisieren seit Jahren die katastrophalen Bedingungen, unter denen die Hunde gehalten werden.

Tierschützer kritisieren seit Jahren die katastrophalen Bedingungen, unter denen die Hunde gehalten werden.

KEYSTONE
(SDA)

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70 Kommentare
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miro

24.06.2020, 21:59

merkwürdig vor den Menschen absalut kein Respekt aber Tiere vergöttern wohin führt das noch

Andere Menschen andere Sitten

24.06.2020, 19:40

In unseren Breitengraden eher ungewöhnlich Hunde zu verspeisen, da wir meist eine andere Beziehung zum besten Freund des Menschen haben. Wie sieht’s aber mit Kühen und Schweinen aus, da schüttelts jeden Hindu oder Moslem durch und wir finden‘s ganz normal. Wir haben kein Recht zu richten.

Cavi33

24.06.2020, 16:57

Die meisten haben das System China nicht begriffen. Der Partei geht es um Brot und Spiele, das heisst; alle Chinesen müssen etwas machen können und genug zu Essen haben. Der Verzehr von Hinden und Wildtieren ist fast Tradition. Übrigens, auch in der Schweiz werden Katzen und teils Hunde gegessen.