Falsche Erziehung: Hundehalter greifen vermehrt zu Gewalt
Aktualisiert

Falsche ErziehungHundehalter greifen vermehrt zu Gewalt

Die Fälle, bei denen Halter ihre Hunde mit Gewalt erziehen, häufen sich. Nun werden besorgte Ostschweizer Hündeler aktiv.

von
Marc Sieger
Viele Hundehalter erziehen ihre Hunde falsch

Viele Hundehalter erziehen ihre Hunde falsch

Hundehalter wenden bei der Erziehung ihrer Tiere immer wieder Gewalt an: «Ich sehe täglich Leute, die ihre Hunde an der Leine herumzerren, anschreien oder schlagen», sagt die Tierpsychologin Isabelle Schneckenburger aus Kreuzlingen.

Das Problem ist den Behörden bekannt: «Die Massnahmen gegen Hundehalter sowie Meldungen von aggressiven Hunden nehmen seit Jahren zu», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche. 2011 musste der Kanton 69 Prozent der überprüften Halter verwarnen, 2012 waren es 74 Prozent.

Nebst direkter Gewalt werden weitere Probleme in der Hundeerziehung festgestellt: Halter binden die Hunde permanent an, isolieren sie oder sperren sie in winzige Zwinger. Doch der Handlungsspielraum der Behörden ist beschränkt: Zwar muss seit 2008 vor dem Kauf eines Hundes ein theoretischer und danach ein praktischer Kurs absolviert werden. «Bis wir jemandem die Hundehaltung effektiv verbieten können, ist es aber ein weiter Weg», sagt Fritsche.

Es geht auch anders

Schneckenburger will der Gewalt nicht länger zusehen. Mit befreundeten Hundehaltern hat sie die Plakatkampagne «Weil es auch anders geht» ins Leben gerufen. Darauf werden nebst Tipps zur gewaltfreien Erziehung Artikel aus dem Tierschutzgesetz zitiert. Die Kampagne soll zum Nachdenken anregen. Schneckenberger: «Viele Erziehungsmethoden sind total veraltet. Belohnung ist wichtiger als Bestrafung.»

Deine Meinung